Edeljuwelier Tiffany leidet unter Rummel um Trump

Wer als Einzelhändler ein Geschäft an der New Yorker Fifth Avenue hat, kann sich glücklich schätzen - die berühmte Einkaufsstrasse ist ein Touristen-Magnet, normalerweise brummt hier der Absatz. Für die Juwelierkette Tiffany war die dortige Flaggschiff-Filiale zuletzt jedoch eine Belastung - die unmittelbare Nähe zum Trump Tower machte das Weihnachtsgeschäft kaputt.
17.01.2017 17:14

Im November und Dezember sanken die Verkäufe um 14 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, wie Tiffany's am Dienstag mitteilte. Ein Grund seien "Verkehrsstörungen" im Zuge der Wahlen gewesen. Hinter der diplomatischen Formulierung verbirgt sich der Ausnahmezustand durch den riesigen Rummel rund um den künftigen US-Präsidenten Donald Trump und dessen Hauptquartier, den Trump Tower in Manhattan.

Der grosse Besucherandrang ist ein Problem für die benachbarten Einzelhändler. Die Sicherheitsvorkehrungen waren massiv erhöht worden, was den Zugang zu umliegenden Geschäften teilweise deutlich erschwert hatte. Tiffany hatte bereits im November vor negativen Folgen durch den Trubel am Trump Tower gewarnt. Die Filiale an der Fifth Avenue steuert rund zehn Prozent zu den Verkaufszahlen des Konzerns bei.

Bei Anlegern kamen die schwachen Ergebnisse nicht gut an - die Tiffany-Aktie startete mit einem Minus von zwei Prozent in den US-Handel. Allerdings fielen die Verkaufszahlen auch sonst unerwartet durchwachsen aus. Im US-Heimatmarkt ging der Absatz auf etablierter Ladenfläche im Jahresvergleich um vier Prozent zurück, in Europa sogar um elf Prozent. Dank deutlicher Zuwächse in Asien hielt sich das Minus weltweit mit einem Prozent noch in Grenzen./hbr/DP/he

(AWP)