EDF beginnt Kapitalerhöhung

(Ausführliche Fassung) - Der französische Stromkonzern EDF beginnt mit seiner angekündigten Kapitalerhöhung. Über die Ausgabe neuer Aktien will das zum Grossteil in staatlicher Hand befindliche Unternehmen vier Milliarden Euro frisches Kapital einsammeln. Allein drei Milliarden werden vom französischen Staat kommen, wie EDF am Dienstag mitteilte. Mit dem Geld will sich der Energiekonzern neuen finanziellen Spielraum verschaffen und den Bau eines geplanten Atomkraftwerks in England finanzieren.
07.03.2017 09:50

Die neuen Aktien sollen ab Freitag (10. März) zum Stückpreis von 6,35 Euro ausgegeben werden. Am Montag waren die Papiere mit 9,61 Euro aus dem Handel gegangen. Anleger können für je zehn gehaltene Titel drei neue Aktien erwerben. Der französische Staat, der bei der Kapitalerhöhung mitzieht, war zuletzt mit gut 85 Prozent an EDF beteiligt.

Der französische Energiekonzern stöhnt unter dem Verfall der Strompreise in Europa. Zusätzlich sorgten zeitweise Stilllegungen mehrerer Atomreaktoren dafür, dass der Konzern im zurückliegenden Jahr zwei Mal seine Gewinnprognose nach unten korrigieren musste. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel 2016 um sieben Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen für das zurückliegende Jahr insgesamt eine Dividende von 90 Cent je Aktie erhalten, die sie wahlweise auch in Form neuer Anteilsscheine bekommen können.

Auf die Probleme hat EDF bereits mit Stellenstreichungen und weniger Investitionen reagiert. Zudem will sich EDF im Zeitraum 2015 bis 2020 von Unternehmensteilen in Höhe von mindestens 10 Milliarden Euro trennen. Für 2017 hat das Management seit Dezember nur noch ein Ebitda von 13,7 bis 14,3 Milliarden Euro im Auge. Die nun anstehende Kapitalerhöhung hatte der Konzern bereits im April vergangenen Jahres angekündigt./ees/stw

(AWP)