EFG-CEO hält an Schätzung von Vermögensabfluss über 5-10% wegen BSI-Kauf fest

Bellinzona (awp) - Der CEO des Vermögensverwalters EFG International, Joachim Strähle, hält trotz der jüngsten Ereignisse an seiner bereits im Februar geäusserten Prognose eines Kapitalabflusses über 5-10% im Rahmen der Übernahme der Tessiner Konkurrentin BSI fest. "Nach den Geschehnissen ist es unvermeidlich, dass wir einige Kunden verlieren", räumte Strähle in einem am Donnerstag erschienenen Interview mit dem "Corriere del Ticino" ein. Die BSI war im Mai von der Finanzmarktaufsicht FINMA wegen Verstoss gegen die Geldwäschereibestimmungen massiv sanktioniert worden.
16.06.2016 15:08

Der EFG-CEO hatte am Mittwoch Gespräche mit den Tessiner Behörden geführt und ihnen dabei versichert, dass sich die EFG dem Tessin weiterhin verbunden fühle. Zur Marke BSI sagte Strähle, dass der derzeitige Imageschaden von der Geschäftsleitung diskutiert werde. "Ich bin sicher, dass wir zu einer vernünftigen Lösung gelangen". Die künftige Leitung werde auch Vertreter der Tessiner Bank auf verantwortlichen Posten umfassen, sagte der CEO weiter - die Zusammensetzung werde "zu gegebener Zeit" mitgeteilt.

Wenig konkret äusserte sich Strähle zum Stellenabbau im Rahmen der Fusion. Die Massnahmen, um die angestrebten Einsparungen über 185 Mio CHF zu erreichen, würden "alle treffen, nicht nur in der Schweiz und nicht nur auf Seiten der BSI".

Zuversichtlich äusserte sich der CEO über die künftige Zusammenarbeit mit der derzeitigen BSI-Besitzerin, der brasilianischen BTG Pactual, die mit einem Anteil von rund 30% zu einer gewichtigen Minderheitsaktionärin der EFG International wird. Die Kooperation werde es der EFG ermöglichen, ihre Kundenbasis weiter zu verbreitern. Auf dem asiatischen Markt will die Gruppe mit Vertretungen in Hongkong und Singapur weiterhin eine "solide Präsenz" zeigen, sagte Stähle.

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(AWP)