EFG International bezahlt weniger als ursprünglich vereinbart für BSI - 971 Mio

EFG International muss für die Übernahme der Tessiner Privatbank BSI etwas weniger tief in die Taschen greifen. Die Bank einigte sich mit der Verkäuferin, der brasilianischen BTG Pactual, auf einen Verkaufspreis von 971 Mio CHF, wie das Institut am Montag mitteilt. Im vergangenen Oktober war der Preis noch auf 1,06 Mrd CHF geschätzt worden, nachdem er bei der Ankündigung der Transaktion Ende Februar 2016 noch auf rund 1,33 Mrd CHF beziffert worden war.
17.07.2017 07:50

Allerdings hiess es im Oktober bereits, der finale Preis werde noch verhandelt. EFG hatte auf einen stärkeren Nachlass gehofft: In ihrem Geschäftsbericht für 2016 hatte sie eine Reduktion von 279 Mio CHF angegeben. BTG Pactual hatte demgegenüber im März einen Preisaufschlag von 95,7 Mio CHF gefordert.

Der Kaufpreis setzt sich laut den Angaben aus 86,2 Millionen EFG-International-Aktien, 31 Mio CHF in Form von AT1-Kapitalinstrumenten sowie einer Barabfindung von 486 Mio CHF zusammen. Gegenüber Ende Oktober wurde dabei einzig die Barabfindung geändert (vormals: 575 Mio CHF).

Die Auswirkung der Vereinbarung auf die laufenden Kapitalquoten wird laut den Angaben auf etwa Minus 1 Prozentpunkt geschätzt.

BSI war bekanntlich in der Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB verstrickt. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma warf dem Institut schwere Verstösse gegen Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit Geldwäscherei vor. Im Mai 2016 verlor es in Singapur die Banklizenz. Die Finma verfügte die Integration von BSI in EFG und die vollständige Auflösung der Tessiner Bank innerhalb von zwölf Monaten, da die Übernahme bereits beschlossene Sache war.

rw/ra

(AWP)