EFG International im ersten Halbjahr mit Gewinnrückgang; BSI-Integration im Plan

Zürich (awp) - Die Vermögensverwalterin EFG International hat im ersten Halbjahr 2016 wegen Sonderkosten und Rückstellungen vor allem im Zusammenhang mit der Übernahme der Tessiner Privatbank BSI einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Bei der Vorbereitung von deren Integration sieht sich die EFG International dem Plan voraus.
27.07.2016 07:58

Der IFRS-Reingewinn nach Minderheiten von EFG belief sich laut Mitteilung vom Mittwoch auf 22,3 Mio CHF nach 48,0 Mio CHF im Jahr davor. Der zugrundeliegende Reingewinn - unter Ausklammerung des negativ rentierenden Lebensversicherungsportfolios - erreichte 38,1 Mio CHF (VJ 44,1 Mio).

Die von der Bankengruppe verwalteten ertragsgenerierenden Vermögen beliefen sich per Mitte Jahr auf 80,6 Mrd CHF nach 83,3 Mrd CHF zum Jahresende 2015. Der Rückgang sei auf negative Währungseffekte rund um den Brexit-Entscheid sowie auf die ungünstigen Marktentwicklung zurückzuführen, so die Bank. Bei den Nettoneugeldern kam es zu einem leichten Abfluss von 0,1 Mrd CHF (VJ -0,3 Mrd), wobei gegen Ende des zweiten Quartals in den meisten Regionen "eine positive Dynamik" eingesetzt habe.

Die Bank erwirtschaftete insgesamt einen Bruttoertrag von 341,7 Mio CHF, was einem Rückgang zum Vorjahr um 3% entsprach. Dabei hätten die Risikoscheu der Anleger und die geringe Kundenaktivität wie auch Währungseinflüsse belastet. Die Bruttomarge fiel entsprechend mit 84 Basispunkten tiefer als noch vor Jahresfrist (87 BP). Der Geschäftsaufwand erhöhte sich derweil um 0,9% auf 298,6 Mio CHF.

Mit den Zahlen liegt EFG International beim Bruttoertrag und bei den AuM am oberen Rand der Erwartungen. Gemäss AWP-Konsens erwarteten Analysten den Bruttoertrag bei 335,1 Mio CHF und hatten zudem einen Nettoneugeldabfluss von 0,9 Mrd und die verwalteten Vermögen bei 79,4 Mrd CHF prognostiziert. Die Gewinnschätzungen waren wegen unterschiedlicher Annahmen über Sonderbelastungen recht weit gestreut.

Bei Umsetzung des im November 2015 angekündigten Kostensenkungsprogramms sei die Bank dem Plan voraus, heisst es weiter. Die Einsparungen würden das Ziel von 30 Mio CHF deutlich übertreffen. Bereits im ersten Halbjahr 2016 seien Einsparungen von 19 Mio CHF und eine Reduktion um 170 Vollzeitstellen erreicht worden. Für das Gesamtjahr 2016 sollen sich die Einsparungen auf 57 Mio CHF und die Stellenreduktion auf 254 erhöhen.

Auch bei der im Februar angekündigten Fusion mit der BSI sieht sich EFG International dem Plan voraus. Der Abschluss der Transaktion werde - wie bereits angekündigt - im vierten Quartal 2016 erwartet, die Einholung der erforderlichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen verlaufe planmässig. Wie bisher geplant, soll die Integration bis Mitte 2017 abgeschlossen sein. Die Migration des Geschäfts von BSI auf die IT-Plattform von EFG solle bis Ende 2017 zum Abschluss kommen.

tp/uh

(AWP)