EFG International will BSI-Geschäft in Singapur rascher übernehmen

(Mit weiteren Details und Hintergrund ergänzt)
14.07.2016 19:52

Zürich (awp/sda) - Die Privatbankengruppe EFG International will beim geplanten Kauf der Tessiner Privatbank BSI deren Singapur-Geschäft vorzeitig übernehmen. Der Deal soll bis spätestens November 2016 abgeschlossen sein.

Eine entsprechende Vereinbarung sei mit der heutigen BSI-Besitzerin, der brasilianischen Bank BTG Pactual, abgeschlossen worden, teilte die EFG International am Donnerstagabend mit. Noch müssen die Wettbewerbsbehörden aber ihren Segen geben.

Hintergrund ist die Verwicklung der BSI in die Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB. Mit der nun angekündigten Massnahme solle für die betroffenen Kunden und Mitarbeiter "zusätzliche Sicherheit und Stabilität" hergestellt werden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Der Kaufpreis für die Einheit werde in Bezug zu deren materiellen Buchwert stehen, heisst es weiter - inklusive eines Preisanpassungsmechanismus. Es werde nicht erwartet, dass sich der Kaufpreis für die gesamte BSI durch den jetzigen Deal verändere, wird zugleich betont.

Die Finanzmarktaufsicht Finma war diesen Mai zum Schluss gekommen, die Tessiner Bank BSI habe durch Transaktionen mit dem Staatsfonds 1MDB gegen Geldwäschebestimmungen verstossen. Die Finma verfügte die Auflösung der BSI und beschloss zusätzlich einen "ungerechtfertigt erzielten Gewinn" in der Höhe von 95 Mio CHF einzuziehen.

Zwar darf die BSI gemäss Finma wie geplant von der Vermögensverwalterin EFG International übernommen werden. Die Aufsichtsbehörde genehmigte die Übernahme allerdings nur unter der Bedingung, dass die BSI vollständig integriert und innerhalb von zwölf Monaten aufgelöst werde. Die Tessiner Bank wehrt sich gegen den Entscheid der Finma und hat beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde eingelegt.

Die EFG International hatte im Februar bekannt gegeben, dass sie die BSI für rund 1,3 Mrd CHF kauft. Mit dem Zusammenschluss würde die fünftgrösste Schweizer Privatbank entstehen und ein Vermögen von rund 170 Mrd CHF verwalten.

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(AWP)