Emmi 2016 mit organischem Umsatzrückgang von 1,0% - Gewinnprognose bestätigt

(Ergänzt mit weiteren Details, v.a. zu Divisionen) - Der Milchverarbeiter Emmi hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 dank Akquisitionen zwar etwas mehr umgesetzt, organisch resultierte allerdings ein Minus. Vor allem die Division Schweiz musste einen deutlichen, wenn auch erwarteten Rückgang hinnehmen. Die Gewinnprognose für das vergangene Jahr wird derweil bestätigt, während eine Prognose für 2017 erst im März bei Bekanntgabe der Gewinnzahlen abgegeben wird.
02.02.2017 09:40

Der Konzernumsatz stieg im Berichtsjahr 2016 um 1,4% auf 3,26 Mrd CHF. Organisch, d.h. währungs- und akquisitionsbereinigt, entspricht dies aber einem Rückgang von 1,0% (H1 -0,7%). Der Akquisitionseffekt wird dabei mit +2,3%, der Währungseffekt mit +0,1% beziffert. Emmi hat mit den vorgelegten Zahlen die Prognosen gemäss AWP-Konsens nicht ganz erreicht: Geschätzt wurde von Analysten im Vorfeld ein Umsatz von 3,28 Mrd CHF sowie ein organisches Wachstum von -0,2%.

Die Entwicklung in den Divisionen Schweiz und Americas sei im Rahmen der Erwartungen gewesen, diejenige der Division Europa darunter, schreibt der Innerschweizer Konzern in einer Mitteilung vom Donnerstag. Hemmende Faktoren seien der unverändert starke Einkaufstourismus und höhere Importe in der Schweiz, wirtschaftliche Unsicherheiten (z.B. Brexit) sowie international tiefe Milchpreise gewesen. Markenprodukte wie Emmi Caffè Latte, Kaltbach und YoQua hätten hingegen zugelegt, was zuversichtlich stimme.

CEO Urs Riedener zeigt sich in der Mitteilung trotz des Umsatzrückgangs relativ zuversichtlich: "Import- und Preisdruck in der Schweiz waren Herausforderungen, die das Jahr 2016 charakterisierten. Mit dem organischen Zuwachs in der Division Americas konnten wir die Umsatzeinbusse in der Schweiz nur zum Teil wettmachen." Die Aufbauarbeit in Nischenmärkten wie Bio- und Ziegenmilchprodukte, die Stützung der Markenplattformen sowie diverse Akquisitionen aus jüngerer Zeit dürften die Umsätze künftig aber günstig beeinflussen.

STARKER IMPORT- UND PREISDRUCK IN DER SCHWEIZ

In der Division Schweiz sank der Umsatz um 2,9% auf 1,79 Mrd CHF, was einem Anteil von gut 53% am Gesamtumsatz entspricht. Dabei belief sich der Preiseffekt auf -1,3%. Die Entwicklung sei unter anderem auf den Schweizer Detailhandel zurückzuführen, dessen Umsätze 2016 gemäss Branchenzahlen um 1% zurück gingen, schreibt Emmi. Ein weiterer negativer Faktor sei der Import- und Preisdruck gewesen, der sich v.a. auf die Segmente Käse und Frischkäse ausgewirkt habe.

Der Umsatz in der Division Americas, zu der auch die Länder Spanien, Frankreich und Tunesien gehören, konnte um 8,5% auf 865,6 Mio CHF (Umsatzanteil 27%) gesteigert werden, organisch waren es zumindest +2,8%. Die positive Entwicklung (organisch) sei vor allem eine Folge des Wachstums in Tunesien und in den USA, so Emmi. Umsatzhemmend hätten sich derweil die international tiefen Milchpreise sowie die schwierige wirtschaftliche Situation in Spanien, Frankreich und Chile ausgewirkt.

Die Division Europa erzielte ein Wachstum von 6,5% auf 519,0 Mio CHF (Anteil 16%), organisch resultierte allerdings ein Rückgang von 0,2%. Prägende Faktoren seien Rückgänge beim AOP-Käse und das schwächere Britische Pfund gewesen. Letzteres habe insbesondere auf die Dessertumsätze von A-27 im Segment Frischprodukte gedrückt, schreibt Emmi. Der Konzern hat hier denn auch unter seinen eigenen Erwartungen (organ. Wachstum 1-3%) abgeschnitten.

Die Division Global Trade, welche primär Direktverkäufe aus der Schweiz beinhaltet, erlitt einen Umsatzrückgang von 1,7% auf 132,9 Mio CHF (organ. -1,0%). Die negative Entwicklung sei hier u.a. auf die wirtschaftliche Abkühlung und schwachen Währungen in Schwellenmärkten wie z.B. Russland und Brasilien, sowie auf tiefere Umsätze in China zurückzuführen.

UMFELD UNVERÄNDERT

Bezüglich Gewinnausblick 2016 bleibt Emmi bei den bisherigen Prognosen. Die im Rahmen der Halbjahresberichterstattung im vergangenen August geäusserte Einschätzung des wirtschaftlichen Umfelds habe sich seither nicht wesentlich verändert, heisst es. Das Gleiche gelte für die Rahmenbedingungen innerhalb der Gruppe. Folglich halte man an der bekannten Gewinnprognose für das Jahr 2016 fest. Der EBIT sollte demnach bei 185 bis 195 Mio CHF und die Reingewinnmarge bei gut 3,5% zu liegen kommen.

Ein Ausblick für die Umsatz- und Reingewinn-Entwicklung im laufenden Jahr 2017 wird erst anlässlich der Veröffentlichung der Gewinnzahlen 2016 am 22. März abgegeben.

uh/ys

(AWP)