Emmi-Aktien fallen trotz guter Zahlen - Gewinnmitnahmen belasten

Die Emmi-Aktien stehen am Mittwochmorgen unter Abgabedruck. Das überrascht auf den ersten Blick, denn für die vom Milchverarbeiter vorbörslich vorgelegten Gewinnzahlen zum vergangenen Geschäftsjahr finden Analysten eigentlich nur lobende Worte und sehen ihre Schätzungen übertroffen. Der Titel hatte seit Anfang Februar allerdings relativ stark zugelegt, weshalb in Händlerkreisen von Gewinnmitnahmen die Rede ist. Zumal auch keine Unterstützung von einer positiven Überraschung komme.
22.03.2017 10:18

Emmi-Aktien verlieren gegen 9.45 Uhr 3,0% auf 639,00 CHF. Sie gehören damit zu den grössten Verlierern im breiten Markt. Allerdings haben die Aktien seit Anfang Februar auch einen starken Lauf hinter sich, der sie von seinerzeit 618,00 CHF bis auf 660,50 CHF an diesem Montag hatte steigen lassen. Seit Montag ging es dann allerdings rasant bis auf das bisherige Tagestief an diesem Mittwoch bei 635,50 CHF abwärts.

Dem Milchverarbeiter sei es einmal mehr gelungen, die Markterwartungen zu übertreffen, kommentiert etwa der Vontobel-Analyst René Weber. Emmi habe eine starke Margenverbesserung erzielt. Diese zeige, dass die Effizienzmassnahmen ausserhalb der Schweiz griffen. Gleichzeitig reflektiere der Ausblick auf das laufende Jahr aber die anhaltenden Herausforderungen, gerade auf dem Heimatmarkt.

Auch bei der ZKB zeigt sich Analyst Patrik Schwendimann von den vorgelegten Ergebnissen überzeugt. Er hebt mit Blick auf den Ausblick hervor, dass Emmi da vor allem beim EBIT etwas unter den Konsenserwartungen liege. Allerdings sei das Unternehmen für seine eher konservativen Einschätzungen bekannt.

Für Analyst Andreas von Arx von Baader Helvea habe Emmi mit den vorgelegten Zahlen seinen Ruf untermauert, die eigenen Ziele zu erreichen. Beim Blick auf das laufende Jahr wertet er die Zurückhaltung ebenfalls eher als ein Zeichen dafür, dass sich der Milchverarbeiter der aktuellen Herausforderungen bewusst ist und diesen damit Rechnung trage.

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(AWP)