Emmi-CEO will im Ausland wachsen - Geschäft in der Schweiz bleibt schwierig

Zürich (awp) - Die Emmi-Gruppe will das Wachstum im Ausland fördern, rechnet dagegen im laufenden Jahr in der Schweiz mit einem Umsatzrückgang. "Wir werden in unserem Heimmarkt wieder wachsen, aber das braucht Zeit", sagte CEO Urs Riedener im Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" (FuW; Online-Ausgabe vom 14.06.). Die Schweiz werde schwierig bleiben, der Umsatz werde 2016 um 2-4% schrumpfen, bestätigte Riedener frühere Aussagen. Immerhin habe es im April und Mai eine gewisse Erholung im Detailhandel gegeben.
14.06.2016 17:00

Wachsen will Riedener mit Emmi dagegen im Ausland, und das auch mit Übernahmen. "Wir sind immer auf der Suche nach Zukäufen, aber wir lassen uns nicht unter Druck setzen", so der Emmi-CEO. Der Preis müsse stimmen, die Rentabilität des Unternehmens sei wichtig und die Kultur müsse zu Emmi passen. "Da gibt es viele Kriterien für eine gute Akquisition."

Emmi strebt vor allem in Nischen, die überdurchschnittlich rentabel sind oder wachsen, eine stärkere Präsenz an. "Ziegenmilch ist deshalb sehr interessant. Die Ziegenmilchkompetenz haben wir innert fünf Jahren von Null auf über 100 Mio CHF Umsatz aufgebaut", so Riedener. Ein weiterer Ausbau in diesem Geschäft kann er sich etwa in den USA vorstellen.

Eine andere Nische ist Bio. "Wir haben das Biounternehmen Gläserne Molkerei in Deutschland Anfang Jahr ganz übernommen. Auch exportieren wir seit Längerem Bioprodukte in die USA und haben nun begonnen, dort auch Biomilch zu verarbeiten", sagte der Emmi-CEO. In diesem Segment setzt die Gruppe mittlerweile 400 Mio CHF um. Laktosefreie Produkte seien eine weitere Nische, die am intensivsten bei Kaiku in Spanien bearbeitet werde.

Allerdings hat die Gruppe das im Jahr 2008 gesetzte Ziel, bis 2014 die Hälfte des Umsatzes im Ausland zu erwirtschaften, noch immer nicht erreicht. Im vergangenen Jahr betrug der Auslandsanteil 44%. "Der Wechselkurs hat uns zurückgeworfen, den können wir nicht beeinflussen", begründet Riedener. Ohne den ungünstigen Währungseffekt hätte Emmi schon 2014 das 50:50-Ziel erreicht. "Dafür haben wir das Profitabilitätsziel von 2 bis 3% Gewinnmarge früher erreicht als vorgesehen."

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(AWP)