Emmi im ersten Halbjahr unter Erwartungen - Umsatz-Ausblick gesenkt

Die Milchverarbeiterin Emmi hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017 weniger umgesetzt und verdient als vom Markt erwartet. Für das Gesamtjahr passt der Konzern ausserdem die Umsatzprognose etwas nach unten an, belässt aber die Gewinnprognose unverändert.
23.08.2017 07:55

Der Umsatz erreichte in der Periode von Januar bis Juni 1,60 Mrd CHF, was einem ganz leichten Plus von 0,4% entspricht. Organisch, das heisst bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, ging der Umsatz um 1,3% zurück. Hauptgründe dafür sind rückläufige Detailhandelsumsätze in der Schweiz, tiefere Käseexporte und Einbussen beim Dessertgeschäft von A-27, wie Emmi am Mittwoch mitteilte. Letzteres sei auch eine Folge des Brexit-bedingten schwachen Pfunds.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT sank um 2,2% auf 90,4 Mio CHF, was eine Margenverschlechterung um 10 Basispunkte auf 5,7% ergibt. Der Reingewinn stieg dagegen um 8,6% auf 66,0 Mio mit einer Marge von 4,1 (VJ 3,8%). Der Rückgang im EBIT sei primär durch höhere Goodwill-Abschreibungen als Folge der getätigten Akquisitionen zu erklären, der höhere Reingewinn dagegen mit signifikant niedrigeren Minderheitsanteile als Folge des Erwerbs der Minderheitsanteile an der Mittelland Molkerei.

Das Resultat lag auf allen Stufen, aber vor allem beim EBIT unter den Erwartungen. Analysten hatten (AWP-Konsens) hatten einen Umsatz von 1,64 Mrd, einen EBIT von 94,6 Mio und einen Reingewinn von 67,6 Mio CHF geschätzt.

ANSPRUCHSVOLLE RAHMENBEDINGUNGEN

Im Ausblick auf das Gesamtjahr gibt sich Emmi vorsichtig und erwartet auch im zweiten Halbjahr "anspruchsvolle Rahmenbedingungen". Die Märkte blieben wettbewerbsintensiv und die wirtschaftliche Situation in Ländern wie Grossbritannien, Spanien, Italien und Frankreich angespannt, heisst es dazu. Hinzu kämen steigende Importe im Schweizer Heimmarkt und der eher zurückhaltende Milchproduktekonsum.

Aufgrund der aktuellen Lage passt Emmi die im März 2017 kommunizierten Umsatzziele teilweise an. In der Schweiz (Prognose: -2% bis 0%) und in der Division Americas (Prognose: 3% bis 5%) seien die Vorgaben weiterhin realisierbar, wenn auch eher am unteren Ende der anvisierten Bandbreiten. Für die Division Europa müsse die Umsatzprognose aber revidiert werden. Sie beträgt neu -3% bis -1% (anstatt 0 % bis 2 % Wachstum). In der Folge liege die Vorgabe für die organische Umsatzentwicklung 2017 auf Konzernstufe neu bei -1% bis 0% (anstatt 1% bis 2% Wachstum).

Für die Gewinnzahlen verbleiben die Erwartungen auf dem im März 2017 kommunizierten Niveau (EBIT: 195 bis 205 Mio, Reingewinnmarge 4,0% bis 4,5%).

uh/ra

(AWP)