Ems-Chemie steigert Gewinn im Geschäftsjahr 2016 markant

(Zusammenfassung mit Schlusskurs) - Die auf Polymere und Spezialchemikalien ausgerichtete Ems-Gruppe hat 2016 eine ansehnliche Gewinnsteigerung erzielt. Die ohnehin schon überdurchschnittlichen Gewinnmargen legten nochmals zu. Für 2017 ist das von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher geführte Unternehmen sehr zuversichtlich.
10.02.2017 18:09

Der Betriebsgewinn stieg laut einer Publikation der Ems-Gruppe vom Freitag um rund 17% auf 548 Mio CHF. Die im Marktvergleich schon sehr hohen operativen Margen legten damit nochmals zu. Die Betriebsgewinnmarge auf Stufe EBIT erhöhte sich um 3 Prozentpunkte auf 27,6%.

Firmenchefin Martullo-Blocher zeigte sich auf einer Medienkonferenz in Zürich über die Resultate höchst erfreut und betonte, dass die Ems-Gruppe rund dreimal so hohe Gewinnmargen als andere Schweizer Zulieferer der Automobilindustrie vorzuweisen habe.

Ems habe aber kein festgelegtes Margenziel, betonte Martullo im Gespräch mit AWP Video. So würden die höheren Margen auch von den gesunkenen Rohstoff- und daher auch tieferen Verkaufspreisen herrühren. Sollten beide in diesem Jahr jetzt wieder steigen - und davon geht Martullo aus - werde dies die Marge natürlich etwas schmälern. Das sei aber "nicht weiter schlimm".

Der Reingewinn stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 19% auf 456 Mio CHF. Ems schlägt die Erhöhung der ordentlichen Dividende um zwei auf 13 CHF sowie analog zum Vorjahr eine ausserordentliche Dividende von 4 CHF pro Aktie vor.

EFFIZIENZ UND INNOVATION

Als Hauptgrund für den Gewinnsprung gab Martullo-Blocher an der Medienorientierung an, dass das von ihr geführte Unternehmen vermehrt hochmargige Spezialitäten abgesetzt habe. Gleichzeitig habe Ems-Chemie die Kostensteigerungen im Zaum halten können. "Dies alles hat sich sehr positiv im Betriebsergebnis niedergeschlagen", sagte die Managerin und Politikerin vor den Medien.

In der zweiten Jahreshälfte liefen laut Martullo-Blocher die Geschäfte in China extrem rund. Sie verwies darauf, dass das Reich der Mitte mittlerweile der bedeutendste Ort für die Autoherstellung sei.

Als Beispiel für den Einfallsreichtum bei Kosteneinsparungen nannte die Firmenchefin eine Kooperation bei der Logistik mit dem Schweizer Dosenhersteller für das Kultgetränk Red Bull. Dieser müsse seine Produkte mit dem Zug nach Genua in Italien transportieren und die Wagen würden bisher leer zurückfahren. Künftig bezieht Ems-Chemie aber Rohwaren extra über den Hafen in Genua und nutzt die eigentlichen Leerfahrten in die Schweiz kostengünstig für ihren Transport.

Genau solche Ideen seien das Erfolgsrezept der Ems-Gruppe, betonte Martullo-Blocher. Innovationen forciere ihr Unternehmen aber nicht nur bei den Effizienzmassnahmen, sondern vor allem bei den eigenen Produkten. Dann bezahlten die Kunden auch höhere Preise, erklärte sie. Mit den Lösungen von Ems ersetzen Automobilhersteller etwa Metall- durch Kunststoffteile, so dass sich das Gesamtgewicht von Fahrzeugen reduziert und damit auch der Kraftstoffverbrauch sinkt.

2-MILLIARDEN-MARKE ZUM GREIFEN NAH

Beim Umsatz ging es 2016 aber nicht so stark wie bei den Gewinnzahlen nach oben. Die Einnahmen erhöhten sich "nur" um 4,1% auf 1,983 Mrd CHF. Währungseinflüsse gab es diesmal kaum, allerdings wuchsen die abgesetzten Mengen um 6,7%.

Für 2017 erwartet die Ems-Gruppe einen Umsatz und ein Betriebsergebnis leicht über den Vorjahreswerten. Martullo-Blocher zeigte sich sehr zuversichtlich, dass ihre Verkaufspreise zulegen. Sie hofft damit, im laufenden Geschäftsjahr endlich die psychologisch wichtige Marke beim Umsatz von 2 Mrd CHF knacken zu können.

Die Börse freute sich über die Informationen. Gleich zu Handelsbeginn machten die Ems-Chemie-Papiere einen Freudensprung und schlossen in einem leicht positiven Marktumfeld (SPI +0,3%) um 5,3% im Plus.

ra/

(AWP)