Energiedienst im Halbjahr mit weniger Umsatz und Gewinn

(Mit weiteren Details ergänzt)
15.07.2016 19:59

Laufenburg (awp) - Die Energiedienst Holding hat im ersten Halbjahr 2016 den milden Winter und den Preisdruck in der Branche zu Spüren bekommen: Der Ertrag ging stärker als der Stromabsatz zurück. Ein regelrechter Einbruch resultiert bei den Gewinnzahlen, was u.a. mit der Bewertung von Versorgungszusagen für Mitarbeiter zu erklären ist. Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen ein betriebliches Ergebnis von 30 bis 40 Mio EUR in Aussicht.

Der Stromabsatz sank in der Berichtsperiode um 6,5% auf 4,34 Mio Kilowattstunden, was das Unternehmen in einer Mitteilung vom Freitag neben dem milden Winter auf "massiven" Preisdruck im Kundensegment Weiterverteiler in Deutschland zurückführt. Wettbewerber, die Ökostrom mit Herkunftsnachweisen aus anderen Ländern verkaufen, würden die Margen drücken, wie es heisst.

Auch im Kundensegment Geschäftskunden sei weiterhin ein "sehr starker" Preisdruck zu verzeichnen, der sich auch auf die Absatzmenge auswirke.

GEWINNZAHLEN STARK RÜCKLÄUFIG

Der Betriebsertrag ging in der Folge gar um 8,6% auf 454,9 Mio EUR zurück. Ein regelrechter Einbruch zeigt sich bei den Gewinnzahlen: Der EBIT sank in der Periode auf 7,5 Mio EUR von 20,2 Mio im Vorjahr, und der Gewinn auf 2,3 Mio nach 15,1 Mio. Bereits vor gut einer Woche war ein Betriebsgewinn in Höhe von 8 Mio EUR und ein Jahresgewinn von 2 Mio EUR in Aussicht gestellt worden.

Den Ergebnisrückgang führt das Unternehmen in der heutigen Mitteilung einerseits auf einmalige Belastungen von 12,8 Mio EUR zurück, die aus der Bewertung der Versorgungszusagen für deutsche Mitarbeiter resultieren.

SCHWIERIGES MARKTUMFELD

Auch das Marktumfeld sei nach wie vor schwierig, denn die Grosshandelspreise verharrten auf einem sehr niedrigen Stand, wie es weiter heisst. Diese und höhere Wassernutzungsentgelte in Deutschland minderten den EBIT gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Mio EUR.

Der Jahresgewinn sei zudem mit einem einmaligen Zinsaufwand aus der Erhöhung der Abfindung für ehemalige Minderheitsaktionäre der Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG belastet worden. Diese betrage nach einer Korrektur der Zinsberechnung durch das zuständige Gericht nun 4,7 Mio EUR.

INVESTITIONEN IN PRODUKTION - 2016 BETRIEBLICHES ERGEBNIS VON BIS ZU 40 MIO EUR ERWARTET

Die Bruttoinvestitionen lagen mit 28,2 Mio EUR im ersten Halbjahr 2016 rund 3 Mio EUR über dem Vorjahr. Der grösste Teil sei in den Produktions- und Netzbereich geflossen; man habe dies aus eigenen Mitteln finanziert, wie es heisst.

Mit Blick auf das Gesamtjahr rechnet Energiedienst bei normaler Wasserführung und bei einem stabilen Rechnungszinssatz für die Bewertung der Versorgungszusagen für deutsche Mitarbeiter mit einem betrieblichen Ergebnis von 30 bis 40 Mio EUR.

cp/tp

(AWP)