Energiedienst verdient 2019 deutlich weniger - Unveränderte Dividende

Der deutsch-schweizerische Stromversorger Energiedienst hat im vergangenen Jahr wie bereits angekündigt weniger verdient als im Vorjahr. Die Aktionäre sollen dennoch eine unverändert hohe Dividende erhalten.
02.03.2020 08:07

Die Nettoerlöse nahmen 2019 um 5,1 Prozent auf 942 Millionen Euro zu. Der Anstieg ist unter anderem auf die gestiegenen Grosshandelspreise zurückzuführen, wie die an der Schweizer Börse kotierte Gesellschaft am Montag mitteilte.

Das Betriebsergebnis EBIT war allerdings mit -4,6 Millionen Euro negativ nach einem Plus von 18,7 Millionen im Vorjahr. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch Neueinschätzungen der Rückstellungen für die Personalvorsorge in Höhe von 41,3 Millionen sowie einer ausserordentlichen Abschreibung von Projektkosten in Höhe von 4,7 Millionen für die im 2019 in Betrieb gegangene Power-to-Gas-Anlage in Grenzach-Wyhlen. Die Neubewertung der Personalvorsorge und damit einen Betriebsverlust hatte Energiedienst bereits Anfang Dezember in Aussicht gestellt.

Adjustierter EBIT +45,5 Prozent

Ohne diesen nicht-operativen Effekt erhöhte sich der EBIT um 45,5 Prozent auf 41,4 Millionen. Hintergrund für diesen Anstieg waren den Angaben zufolge insbesondere die gute Wasserführung und die gestiegenen Grosshandelspreise.

Unter dem Strich resultierte ein Jahresgewinn von 9,8 Millionen, was einem Rückgang von knapp 26 Prozent entspricht. Ein Finanzergebnis in Höhe von 17 Millionen Euro wirkte sich positiv aus.

Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende erhalten: Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine unveränderte Ausschüttung von 0,75 Franken je Aktie vor.

Ökostrom bei Firmen gefragt

Die Energiedienst-Gruppe verkaufte im Geschäftsjahr 2019 mit 8,41 Milliarden Kilowattstunden knapp 1 Prozent mehr Strom als 2018. Während der Stromabsatz an Kunden um 4 Prozent zurückging, wuchs der übrige Stromabsatz (Handelsgeschäfte, regulatorische Geschäfte und Netznutzung), um knapp 6 Prozent, im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Stromhandels.

Der Absatz von Ökostrom aus Wasserkraft unter der Marke NaturEnergie stiegen in Deutschland und der Schweiz um jeweils über 4 Prozent. Bei Geschäftskunden in Deutschland wuchs der Absatz von Ökostrom gar um 20 Prozent.

Im vergleichsweise kleinen Geschäft mit Gas ging der Absatz witterungsbedingt sowie aufgrund rückläufiger Kundenzahlen insbesondere im preissensitiven Kundensegment Privatkunden deutlich zurück.

Mit Blick nach vorne schreibt die Gesellschaft, dass sie mit einem weiter intensiven Wettbewerb rechnet. In diesem Umfeld erwarte sie - bei durchschnittlicher Wasserführung und stabilem Kapitalmarkt - für 2020 einen EBIT, der mindestens auf dem Niveau des bereinigten EBIT des Jahres 2019 liege, heisst es weiter.

sig/ys

(AWP)

 
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