Eon-Abspaltung Uniper kommt in Trippelschritten voran

(Ausführliche Fassung) - Licht und Schatten beim Kraftwerksbetreiber Uniper : Die niedrigen Strompreise im Grosshandel und hohe Abschreibungen auf den Kraftwerks-Park haben den Konzern im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Allerdings zeigen sich im Tagesgeschäft Fortschritte. Die Kosten sinken dank eines Sparprogramms und dank Beteiligungsverkäufen hat Uniper seine Schulden zurückfahren können. Die Aktionäre dürfen sich auf eine höhere Dividende freuen. Der Aktienkurs stieg vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate gegenüber dem Xetra-Schluss leicht an.
09.03.2017 08:58

"Die solide operative und bilanzielle Entwicklung bildet eine gute Basis für das laufende Geschäftsjahr 2017", erklärte Konzernchef Klaus Schäfer am Donnerstag in Düsseldorf. In Uniper hatte Eon sein Geschäft mit Grosskraftwerken sowie den Energiehandel abgespalten und im September an die Börse gebracht. Die Jahresbilanz ist stark von Aufräumarbeiten geprägt. Insgesamt habe es im vergangenen Jahr Wertberichtigungen über 2,9 Milliarden Euro gegeben, hiess es.

Unterm Strich blieb für 2016 ein Minus von 3,2 Milliarden Euro stehen. 2015 hatte der Verlust nach vergleichbaren Zahlen allerdings noch bei fast 3,8 Milliarden Euro gelegen und auch nach den ersten neun Monaten 2016 hatte der Verlust mit 4,2 Milliarden Euro höher gelegen. Grund für die Verbesserung im Gesamtjahr sei ein Steuereffekt gewesen, erklärte eine Sprecherin.

Uniper hielt am Dividendenvorschlag von 0,55 Euro je Aktie für das Jahr 2016 fest. Für das Jahr 2017 strebt der Konzern eine Erhöhung um 15 Prozent an. Es gebe zwar weiterhin "angespannte energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen", erklärte Uniper. Doch angesichts des aktuellen Ausblicks und des Anteilsverkaufs am russischen Gasfeld Yushno-Russkoje könne die Dividende wohl angehoben werden.

Im Tagesgeschäft kam Uniper schon im vergangenen Jahr voran: Die Schulden sanken von 6,7 Milliarden auf 4,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte parallel um 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu - an dieser Kennzahl will Uniper künftig seine operative Leistung messen lassen. Grund für den Anstieg war vor allem ein Sondergewinn aus neu verhandelten Lieferverträgen mit dem russischen Gasriesen Gazprom . Dagegen sackte der Gewinn in der Stromerzeugung wegen eines Preisverfalls wie erwartet heftig ab. Der Umsatz schrumpfte um 27 Prozent auf 67,3 Milliarden Euro.

Uniper strebt nun für das laufende Jahr ein bereinigtes Ebit zwischen 0,9 und 1,2 Milliarden Euro an. Grund für den erwarteten Rückgang sei der Wegfall des Sondereffekts aus der Gazprom-Einigung, erklärte das Unternehmen.

In der kommenden Woche legt Eon sein Jahresergebnis vor. Die Zahlen dürften trübe ausfallen: Eon hatte nach neun Monaten einen Rekordverlust von 9,3 Milliarden Euro verbucht./das/men/jha/

(AWP)