Eon profitiert von niedrigeren Zinszahlungen und gutem Netzgeschäft

(Ausführliche Fassung) - Der Energiekonzern Eon hat in den ersten neun Monaten von erheblich niedrigeren Zinszahlungen und einem guten Netzgeschäft profitiert und seinen Gewinn deutlich gesteigert. Unter dem Strich verdiente Eon bereinigt 965 Millionen Euro, was einen Anstieg von rund 50 Prozent bedeutet, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auch zahlte Eon weniger Steuern als im Jahr zuvor. Inklusive der Sondererträge aus der zurückerhaltenen Brennelementesteuer aus dem ersten Halbjahr lag der Nettogewinn bei 3,7 Milliarden Euro. Die Aktie stieg am Morgen auf der Handelsplattform Tradegate um 1,5 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs des Vortages.
08.11.2017 08:52

Operativ entwickelte sich Eon den eigenen Angaben zufolge "solide". Das Netzgeschäft konnte deutlich höhere Erträge verbuchen. Hingegen sanken die Ergebnisse in den Bereichen Kundenlösungen und Erneuerbare Energien, so dass das bereinigte operative Ergebnis Ebit in den ersten neun Monaten um 8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro sank. Mitverantwortlich ist dafür der schwache Jahresstart, den Eon trotz steigender bereinigter operativer Ergebnisse im zweiten wie auch im dritten Quartal noch nicht ausgleichen konnte. Der Umsatz sank leicht um 1 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro.

Das dritte Quartal war stark saisonal geprägt. Generell wird in den Sommermonaten weniger Strom verbraucht. So fiel unter dem Strich ein Verlust von 166 Millionen Euro an, wie Eon mitteilte.

Bei der Sanierung der Bilanz kommt Eon weiter voran. Die Nettoverschuldung konnte der Konzern auch dank der Rückzahlung ungerechtfertigter Atomsteuern im ersten Halbjahr deutlich senken. Nach neun Monaten liegt sie bei 19,7 Milliarden Euro, nach rund 26,3 zum Ende 2016. Den Jahresausblick bekräftigte Eon und erwartet für 2017 ein bereinigtes Ebit von 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro. Finanzchef Marc Spieker hatte dabei im August erklärt, jedoch eher den unteren Rand der Spanne zu erreichen. Das bereinigte Nettoergebnis wird bei 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro erwartet.

Eon liege im Plan und sei auf gutem Weg, sich neuen Spielraum für künftige Investitionen und höhere Dividenden zu erarbeiten, kommentierte Spieker am Mittwoch.

Eon konzentriert sich nach der Abspaltung seiner Kraftwerkstochter Uniper im vergangenen Jahr auf das Geschäft mit Erneuerbaren Energien. Erst kürzlich hat der Konzern vereinbart, seine restlichen Anteile von knapp 47 Prozent im kommenden Jahr an die finnische Fortum zu verkaufen. Eon würden so 3,8 Milliarden Euro zufliessen. Fortum hat am Dienstag ein öffentliches Übernahmeangebot für Uniper vorgelegt. Dessen Management hat sich bislang vehement dagegen ausgesprochen./nas/stk

(AWP)