Eon will sich frisches Kapital besorgen - Erlös 1,3 Milliarden Euro

(Ausführliche Fassung) - Der Versorger Eon will seine angekündigte Kapitalerhöhung schnell in die Tat umsetzen. Nach dem Rekordverlust aus dem vergangenen Jahr soll nun das Grundkapital um rund zehn Prozent gegen Bareinlage erhöht werden, wie das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in Essen mitteilte. Der Energieriese will etwa 200 Millionen neue Aktien ausgeben. Gemessen am Xetra-Schlusskurs könnte dies Eon etwa 1,3 Milliarden Euro in die Kassen spülen.
16.03.2017 20:38

Mit dem Erlös will Eon vor allem eine zur Jahresmitte auf das Unternehmen zukommende Zahlung an den staatliche Atomfonds finanzieren. Die neuen Aktien sollen ausschliesslich an institutionelle Anleger in einem beschleunigten Platzierungsverfahren gehen. Nachbörslich reagierten die Aktien von Eon auf der Handelsplattform Tradegate im Verhältnis zum Xetra-Schluss mit einem Abschlag von rund einem Prozent auf die Nachricht.

ANLEGER BEREITS AUF KAPITALERHÖHUNG EINGESTIMMT

Am Vortag hatte Eon die Anleger angesichts des höchsten Verlusts in der Firmengeschichte bereits auf eine Kapitalerhöhung eingestimmt. Eon wolle bis zu zwei Milliarden Euro am Kapitalmarkt einsammeln, hatte es bei Vorlage der Jahreszahlen noch geheissen. Die Risikoprämie aus dem Atomkompromiss sei schmerzhaft, so Konzernchef Johannes Teyssen. Zur Jahresmitte wird Eon insgesamt 10 Milliarden Euro an den staatlichen Fonds überweisen. Dabei hat die Energiewende Eon schwer erwischt. Inklusive der Kraftwerks-Abspaltung Uniper summierte sich das Minus im vergangenen Jahr auf 16 Milliarden Euro.

Wegen des Atomkompromisses und der Belastungen aus der Uniper-Abspaltung waren die Schulden auf zuletzt 26,3 Milliarden Euro angestiegen und das Eigenkapital auf 1,3 Milliarden Euro zusammengeschmolzen. Durch Kapitalmassnahmen und Beteiligungsverkäufe soll die Kapitaldecke wieder gestärkt werden./fbr/tih

(AWP)