Ericsson steckt weiter in Schwierigkeiten - Sparmassnahmen verschärft

STOCKHOLM (awp international) - Der Netzwerkausrüster Ericsson steckt weiter in Schwierigkeiten und will die Kosten nun noch stärker senken. Der Umsatz der Schweden sackte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 54,1 Milliarden schwedische Kronen (5,7 Mrd Euro) ab, wie das Unternehmen am Dienstag in Stockholm mitteilte. Auch ohne Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe hätte das Minus noch 7 Prozent betragen.
19.07.2016 08:09

Der Gewinn schrumpfte um gut ein Viertel auf 1,6 Milliarden Kronen. Das um Umbaukosten bereinigte operative Ergebnis sackte um 40 Prozent in sich zusammen, vor allem weil die lukrative Patentsparte weniger Erlös erzielte. Mit den Zahlen schnitt Ericsson schwächer ab als von Analysten im Schnitt erwartet.

Der Konzern leidet im Geschäft mit der Ausrüstung von Telekomnetzen zunehmend unter billiger Konkurrenz von chinesischen Firmen wie Huawei und ZTE. Die negativen Branchentrends aus dem schwachen ersten Quartal hätten sich noch verstärkt, hiess es. Die schwachen Wirtschaftsaussichten vor allem in Schwellenländern hätten auf die Nachfrage nach Netzwerken für das schnelle mobile Internet durchgeschlagen.

Die Schweden wollen nun noch stärker sparen. Zusätzlich zu den bisher angestrebten Senkung der jährlichen Kosten von 9 Milliarden Kronen soll nun an Forschungsausgaben gegangen werden. So soll die Kostenbasis bis Ende kommenden Jahres auf hochgerechnet 53 Milliarden Kronen sinken, wenn Umbaukosten ausgeklammert werden. 2014 lagen die vergleichbaren Kosten den Angaben zufolge bei 63 Milliarden Kronen./men/enl/zb

(AWP)