Erneut Kurzarbeit bei K+S in zwei Kali-Werken im Werra-Revier

KASSEL/UNTERBREIZBACH (awp international) - Der Kali-Produzent K+S fährt wegen Entsorgungsproblemen erneut Kurzarbeit an seinen Standorten Unterbreizbach (Thüringen) und Hattorf (Hessen). Betroffen seien rund 1000 Beschäftigte, davon etwa 350 in Südthüringen, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag auf Anfrage. In Unterbreizbach und Hattorf ruhen seit etwa einer Woche grosse Teile der Produktion und Teile der Kali-Förderung. Zuletzt hatte die Kali-Produktion im Mai in beiden Werken für etwa drei Wochen gestanden.
27.06.2016 11:50

Das Unternehmen muss die Entsorgung salzhaltiger Abwässer nach Vorgaben der Behörden an der Wasserführung der Werra im hessisch-thüringischen Grenzgebiet ausrichten. Bei niedrigem Wasserstand darf kaum Lauge in den Fluss geleitet werden. An diesem Dienstag werde entschieden, wie es in beiden Werken angesichts der Entsorgungsmöglichkeiten weitergehe, sagte der Sprecher. Wie lange die Kurzarbeit dauere, sei abhängig vom Wetter.

K+S beschäftigt in mehreren Werken im Werra-Gebiet nach eigenen Angaben insgesamt etwa 4400 Menschen, davon rund 1000 in Thüringen. Die Entsorgungsprobleme hatten sich verschärft, weil der Kali-Produzent wegen einer Übergangserlaubnis nur sehr begrenzt und bis Ende des Jahres Salzabwasser in tiefe Gesteinsschichten versenken darf. Die Versenkung von Lauge ist ebenso umstritten wie die Einleitung in die Werra./ro/DP/jha

(AWP)