Erste Group hebt nach Gewinnsprung Ziele an

Wien (awp/sda/reu) - Das österreichische Geldhaus Erste Group hat dank des Verkaufs von Anteilen am Kreditkartenkonzern Visa Europe einen Gewinnsprung gemacht und die Ziele angehoben. Im zweiten Quartal habe sich der Gewinn unter dem Strich auf 560 Millionen Euro mehr als verdoppelt, teilte das das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen am Donnerstag überraschend mit.
14.07.2016 17:08

Im Vorjahresquartal lag der Nettogewinn bei 261 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr belaufe sich der Gewinn auf rund 830 (Vorjahr: 487) Millionen Euro. Für 2016 erwartet die Bank nun eine Eigenkapitalverzinsung von über zwölf Prozent, bisher war sie von zehn bis elf Prozent ausgegangen.

Die Aktionäre reagierten erfreut. Die Erste-Group-Aktie legte an der Wiener Börse um bis zu 11,8 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 22,72 Euro zu. Der neue Ausblick berücksichtige auch einen Puffer für eine mögliche Einmalzahlung für die neue Bankensteuer in Österreich im laufenden Jahr, erklärte die Bank. Die österreichische Regierung hat sich vor wenigen Tagen auf eine deutliche Senkung der Bankenabgabe in Österreich geeinigt.

Im Gegenzug müssen die Institute aber eine Einmalzahlung von insgesamt einer Milliarde Euro an den Fiskus abliefern. Grundsätzlich haben die Banken die Möglichkeit, diese Zahlung über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren zu leisten.

Im zweiten Quartal profitierte die Erste Group von einer Reihe von Sondereffekten. Der Verkauf der Visa-Anteile habe rund 139 Millionen Euro zum Vorsteuergewinn beigetragen. Der US-Kreditkartenriese Visa kauft für bis zu 21,2 Milliarden Euro sein vorher unabhängiges Europa-Geschäft zurück. Den Eigentümern von Visa Europe - rund 4000 europäische Banken - bringt der Deal insgesamt Milliardengewinne.

Zudem musste die Erste Group weniger für faule Kredite zurücklegen. So konnte sie in Ungarn und Rumänien Risikovorsorgen in Höhe von rund 30 Millionen Euro auflösen. Zudem seien die Risikokosten in allen anderen Regionen gesunken.

(AWP)