Euro-Arbeitslosigkeit auf Acht-Jahrestief - Rekorddaten aus Deutschland

(Ausführliche Fassung) - In der Eurozone sorgt der robuste Aufschwung weiter für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Im Juni ist die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit mehr als acht Jahren gefallen. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat vom Montag betrug die Arbeitslosenquote 9,1 Prozent. Das ist der geringste Wert seit Februar 2009. Die positive Entwicklung im gemeinsamen Währungsraum wird von einer starken Entwicklung in Deutschland gestützt, wo zeitgleich mehrere Rekordwerte gemeldet wurden.
31.07.2017 13:03

Insgesamt waren im Währungsraum nach Angaben von Eurostat knapp 14,72 Millionen Menschen ohne Arbeit und damit 148 000 weniger als im Mai. Eurostat revidierte ausserdem die Arbeitslosenquote für Mai nach unten. Sie habe demnach 9,2 Prozent betragen und nicht wie zunächst gemeldet 9,3 Prozent. Volkswirte hatten für Juni eine Quote von 9,2 Prozent erwartet.

Seit 2013 geht es mit der Arbeitslosenquote im gemeinsamen Währungsraum tendenziell nach unten. In der Hochphase der Euro-Schuldenkrise war die Arbeitslosenquote zeitweise über die Marke von 12 Prozent gestiegen.

Nach wie vor weisen die Mitgliedsländer des Euroraums sehr unterschiedliche Arbeitslosenquoten auf. Besonders niedrig ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland (3,8 Prozent) und Malta (4,1 Prozent). Nach wie vor sehr hohe Werte gibt es in Griechenland (April: 21,7 Prozent) und Spanien (17,1 Prozent).

Aktuelle Daten aus Deutschland deuten auch in den kommenden Monaten auf eine weiter robuste Entwicklung hin. So ist in der grössten Volkswirtschaft der Eurozone die Nachfrage nach Arbeitskräften im Juli auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Der Stellenindex "BA-X" der Bundesagentur für Arbeit aus Nürnberg ist seit 2014 nahezu kontinuierlich gestiegen. Mit 238 Punkten liegt der Indikator für Juli drei Punkte höher als im Juni und 21 Punkte höher als vor einem Jahr.

Inzwischen gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit kaum noch eine Branche, die nicht nach geeigneten Mitarbeitern sucht. Mit Ausnahme des öffentlichen Dienstes und des Bereichs Erziehung und Unterricht sei die Arbeitskräftenachfrage in allen Branchen höher als vor einem Jahr.

Am stärksten sei die Zahl der offenen Stellen zuletzt in der Industrie, im Handel, bei Unternehmensdienstleistern wie Steuerberatern, Rechtsanwälten und Werbeagenturen, sowie im Baugewerbe gewachsen, heisst es in einer Bundesagentur-Mitteilung. Auch bei Zeitarbeitsunternehmen sei der Bedarf gross.

Mit dem Bedarf nach neuen Mitarbeitern wächst auch die Zahl der Beschäftigten in Deutschland. Im Juni erreichte die Zahl der Erwerbstätigen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden einen neuen Rekordwert. Demnach seien rund 44,2 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig gewesen und damit so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung./jkr/kts/tos/jha/

(AWP)