Europa und Asien verhelfen Drägerwerk zu Zuwächsen - Aktie gibt nach

(Neu: Aktienkurs, Analystenstimmen) - Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk hat im dritten Quartal vor allem von einer guten Nachfrage in Europa profitiert. Auch lief es in der Region Afrika, Asien und Australien deutlich besser. Schwächer entwickelte sich hingegen das Amerika-Geschäft aufgrund eines deutlichen Nachfragerückgangs in Chile und Mexiko. Zudem belasteten ungünstige Wechselkurse. An der Börse kam die Quartalsbilanz nicht gut an. Die Aktie gab im Nachmittagshandel um 4,57 Prozent auf 93,52 Euro nach. Das war der niedrigste Stand seit mehr als einem Monat.
02.11.2017 15:19

Die meisten Eckdaten des Medizintechnikunternehmens seien schwächer als von ihm erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Eggert Kuls vom Analysehaus Warburg Research. Analyst Scott Bardo von der Berenberg Bank wies zudem auf schwache Margen im dritten Quartal hin. Drägerwerk müsse ein ausserordentlich starkes viertes Quartal hinlegen, um auch nur die Mitte der für 2017 angepeilten Gewinnspanne zu erreichen. Das obere Ende der Zielspanne für den Gewinn sei "immer weniger erreichbar". Bei der Profitabilität seien kaum Fortschritte festzustellen, ergänzte der Experte.

"Die Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten 2017 war insgesamt solide", sagte Unternehmenschef Stefan Dräger am Donnerstag in Lübeck bei Vorlage der Quartalsbilanz. Nach der positiven Auftragsentwicklung in der ersten Jahreshälfte habe im dritten Quartal auch der Umsatz stärker zugelegt. Mit dem normalerweise starken Schlussquartal werde sich das Ergebnis weiter verbessern. "Wir sind auf Kurs, um unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2017 zu erreichen", fügte Dräger hinzu.

Von Juli bis September stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr um gut acht Prozent auf 24,4 Millionen Euro. Wie die im TecDax notierte Gesellschaft weiter mitteilte, trug auch der Sparkurs dazu bei. Drägerwerk hatte im vergangenen Jahr nach massiven Verlusten mit einem Effizienzprogramm gegen gesteuert, zu dem auch Stellenstreichungen am Stammsitz Lübeck gehörten. Weltweit beschäftigt das Unternehmen derzeit rund 13 600 Mitarbeiter.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 16,2 Millionen Euro. Das war ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte währungsbereinigt um 7,0 Prozent auf 621,0 Millionen Euro zu. Nominal ergab sich ein Plus von knapp 5,0 Prozent. Die Ebit-Marge verbesserte sich leicht auf 3,9 Prozent.

Die Ziele für 2017 bekräftigte das Unternehmen. Für das laufende Jahr wird demnach weiter mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum zwischen null und drei Prozent und einer Ebit-Marge zwischen fünf und sieben Prozent gerechnet. 2016 hatten die Erlöse bei 2,5 Milliarden Euro und die Marge bei 5,4 Prozent gelegen./mne/oca

(AWP)