Europäische Bahnen vereinbaren enge Zusammenarbeit

Die Schliessung der Rheintalbahn hat zu einem Schulterschluss der grossen Europäischen Bahnen geführt. Um die Kapazitäten auf dem Nord-Süd-Korridor zu erhöhen, setzen sie zusätzliche Lokomotiven sowie Lokführer ein und vereinfachen die Regelungen im grenzüberschreitenden Verkehr.
25.08.2017 18:53

Auf Initiative von SBB-Chef Andreas Meyer hätten die Chefs der deutschen, schweizerischen, österreichischen und französischen Bahnen eine enge Kooperation vereinbart, um die Auswirkungen der Rheintalsperrung auf den Schienengüterverkehr möglichst gering zu halten, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Die Bahnen vereinbarten ein umfangreiches Massnahmenpaket.

Neben den bereits getroffenen Massnahmen stellen die vier Bahnen gemeinsam zusätzliche Lokführer und Loks für die Korridore über Frankreich und Österreich bereit. Darüber hinaus werden Sprachvorgaben für den deutsch-französischen Grenzübertritt zeitlich befristet geändert, so dass auch deutschsprachige Lokführer bestimmte Strecken fahren können.

Auch geplante Baustellen wurden kurzfristig angepasst, um auf den Ausweichstrecken möglichst schnell zusätzliche Trassenkapazitäten für den Schienengüterverkehr zu schaffen. Dies ermögliche eine effiziente Ausnutzung der verschiedenen Umleitungskorridore, die gemeinsam mit den Nachbarbahnen abgestimmt würden, heisst es weiter.

SHUTTLEVERKEHR IN PRÜFUNG

Um die Fahrt von Deutschland in die Schweiz weiter zu erleichtern, werde intensiv geprüft, zwischen Kornwestheim und Zürich einen Shuttleverkehr für Güterzüge einzurichten. Die Trassenkapazität könne dadurch in den nächsten Wochen gesteigert werden. Abklärungen dazu seien am Laufen, weitere Informationen sollen in der nächsten Woche dazukommen.

Die Rheintalbahn ist eine der wichtigsten Achsen im Schienengüterverkehr mit täglich bis zu 200 Güterzügen. Sie ist wegen einer Gleisabsenkung in einem Tunnel in Rastatt (D) seit dem 12. August unterbrochen. Erst am 7. Oktober soll die Strecke wieder freigegeben werden.

Im alpenquerenden Güteverkehr zwischen Nordeuropa und Italien via Schweiz hat der Schienengüterverkehr einen Marktanteil von 70%. Auf den Kombinierten Verkehr entfallen 50%.

ÜBERBRÜCKUNG AUF WASSER UND STRASSE

Ein grosser Teil der Züge könne über Strecken durch Deutschland, Österreich und Frankreich umgeleitet werden. Entsprechende Trassenangebote hätten die beteiligten Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen nach der Sperrung ausgearbeitet.

Zudem sei eine Strassenüberbrückung Mannheim/Karlsruhe - Basel und eine Schifffahrts-Überbrückung nach Basel eingerichtet worden. Von dort würden die Güter dann jeweils mit der Bahn nach Italien weitergeleitet.

mk

(AWP)