Europäischer Automarkt wächst trotz Dellen

(Ausführliche Fassung) - Eine nachlassende Nachfrage in Deutschland und Grossbritannien hat das weitere Wachstum des europäischen Automarkts im Juni gebremst. Die Zahl der Neuzulassungen in den EU-Ländern stieg um gut zwei Prozent auf 1,49 Millionen Autos, wie der Branchenverband Acea am Freitag in Brüssel mitteilte. Im Mai hatte das Plus noch knapp acht Prozent betragen.
14.07.2017 13:27

Im ersten Halbjahr legten die Neuzulassungen jedoch um 4,7 Prozent auf 8,21 Millionen zu - das ist der höchste Stand seit zehn Jahren. Autoexperte Peter Fuss von der Unternehmensberatung Ernst & Young sagte, auch wenn die Dynamik im zweiten Halbjahr weiter nachlassen dürfte, sei der Neuwagenmarkt in Europa in guter Verfassung. Grossbritannien schwächle auf hohem Niveau, in Deutschland gehe es in kleinen Schritten voran - "in den ehemaligen Krisenländern Spanien und Italien hingegen bleibt der Aufwärtstrend intakt. Und auch Osteuropa bleibt ein Wachstumsmotor", sagte Fuss.

Verantwortlich für den Dämpfer im Juni waren die schwachen Daten aus Deutschland, dem grössten Einzelmarkt Europas. Hier sank die Zahl der neu zugelassenen Autos um 3,5 Prozent auf knapp 328 000. Ebenfalls stark rückläufig war das Geschäft in Grossbritannien, wo die Zahl der Neuzulassungen sogar um knapp fünf Prozent auf rund 243 000 sank. Etwas nach oben ging es in Frankreich, sogar ein deutliches Plus verzeichneten Italien und Spanien.

Die deutschen Hersteller schnitten im Juni sehr unterschiedlich ab. Am stärksten war das Wachstum wie schon in den vergangenen Monaten bei Daimler. Auch Marktführer Volkswagen -Konzern konnte zulegen. Rückläufige Zulassungszahlen müssen dagegen BMW und der vor der vor Übernahme durch den französischen Hersteller PSA stehende Autobauer Opel hinnehmen./zb/jha/DP/jha

(AWP)