Europas Banken müssen laut PwC-Bericht Last von Problemkrediten abschütteln

Der schleppende Abbau von Problemkrediten wird für Europas Banken nach Einschätzung von Experten zunehmend zur Bedrohung. "Es geht für viele Banken um nicht weniger als die eigene Zukunft und das langfristige Überleben", konstatierte Philipp Wackerbeck von PwC Strategy& in Deutschland in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Strategieberatung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). "Nur wenn die (...) erforderlichen Abbaumassnahmen jetzt eingeleitet werden, können die Banken ihre finanzielle Gesundheit verbessern und sich wieder auf strategisches und nachhaltiges Wachstum konzentrieren."
08.11.2017 08:19

Ein Jahrzehnt nach der jüngsten Finanzkrise 2007/2008 summieren sich ausfallgefährdete Kredite ("Non-Performing Loans"/NPL) in den Büchern europäischer Banken nach Berechnungen der Experten auf mehr als eine Billion Euro. Für Deutschland ergebe sich ein Volumen von 68 Milliarden Euro, wovon knapp ein Drittel (30 Prozent) nicht durch Risikovorsorge gedeckt sei.

Solche Problemdarlehen bremsen die Institute tendenziell in ihrer Bereitschaft, neue Kredite zu vergeben. Somit fehlen der Wirtschaft möglicherweise wichtige Finanzspritzen. Am höchsten ist der Berg an Problemkrediten nach dieser Auflistung in Italien (276 Mrd Euro), am niedrigsten in Schweden (11 Mrd Euro).

"Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsmargen und zunehmenden regulatorischen Anforderungen ist es für Banken unverzichtbar, nötige Abbaumassnahmen zu forcieren und zügig umzusetzen", sagte Wackerbeck./ben/DP/jha

(AWP)