Evolva einigt sich auf Vereinbarung mit Cargill - Reduziert Unsicherheiten

(Zusammenfassung) - Evolva hat sich mit dem US-Partner Cargill auf eine langfristige Partnerschaft geeinigt und damit einen Unsicherheits-Faktor reduziert. An dem Ziel, den Stevia-Süssstoff EverSweet im kommenden Jahr auf den Markt zu bringen, halten die beiden Unternehmen fest. Zu diesem Zweck wird zunächst die Produktionsstätte von Cargill in Nebraska aufgerüstet.
03.04.2017 17:19

Die grosse Hoffnung der beiden Partner ist, dass sie mit ihrem EverSweet einen Erstanbieter-Vorteil geniessen werden. Im Rahmen der vereinbarten Partnerschaft wird Evolva mit bis zu 30% an dem EverSweet-Geschäft beteiligt werden. "Dies hängt allerdings von der Effizienz der Stammkulturen ab", schränkt Evolva-CEO Neil Goldsmith am Montag vor Journalisten und Analysten ein.

GERINGERER ANTEIL ALS BISLANG ERWARTET

Damit ist der Anteil von Evolva geringer als zu früheren Anlässen in Aussicht gestellt. Noch im Januar hatte der Manager im Gespräch mit AWP von einem Anteil von bis zu 45% gesprochen. "Wir haben diese Aufteilung recht bewusst so gewählt", verteidigt Goldsmith nun die Entscheidung.

Um mit dem Süssstoff wirklich Erfolg zu haben, müsse er nicht nur hergestellt, sondern auch effizient vermarktet werden. "In der jetzt gewählten Aufteilung ist der Ansporn für Cargill gross genug, sich mit voller Kraft einzusetzen", so der CEO weiter.

EIGENE ANLAGE FÜR BESSERE DIVERSIFIZIERUNG

Ein weiterer Aspekt der Zusammenarbeit betreffe den Bau einer eigenen Bioprozesstechnikanlage. Denn man wolle sich nicht nur auf ein Standbein, sprich EverSweet, versteifen, betont Goldsmith. Die Anlage wird das in den Bereichen Gesundheits-, Ernährungs- und Wellness-Produkte aktive Unternehmen auf einem von Cargill gepachteten benachbarten Grundstück aufbauen und betreiben. Ziel ist es, dort ab voraussichtlich 2019 weitere Produkte von Evolva wie Nootkaton und Resveratrol herzustellen.

Für Evolva habe dies den Vorteil, dass es auf die bereits bestehende Infrastruktur von Cargill zurückgreifen kann. Auf diese Weise könne das Unternehmen für sich selbst auch Risiken reduzieren, erklärt der Manager weiter.

Auf die Frage, wie schnell Evolva nach Inbetriebnahme der eigenen Anlage in der Lage sein werde, kommerzielle Mengen zu produzieren, stellt Goldsmith einen Zeitraum von sechs Monaten in Aussicht. Wird die Produktion also 2019 aufgenommen, könne man ein halbes Jahr später die entsprechenden Mengen herstellen.

ANLAGE MIT POTENZIAL

In Zahlen ausgedrückt: "Wir gehen davon aus, dass die Anlage über ausreichend Kapazität verfügt, um einen jährlichen Produktumsatz von mehr als 50 Mio USD zu generieren", stellt der CFO Oliver Walker in Aussicht. "Und diese Schätzung ist ohne die EverSweet-Einnahmen, die dann noch hinzu kämen."

Insgesamt erfordere die Vereinbarung Investitionen von schätzungsweise 60 Mio USD von Evolva. Dabei könne Evolva auf die jüngst erfolgte Eigenkapitalzusage von Yorkville in Höhe von 30 Mio CHF zurückgreifen. "Darüber hinaus sind wir bestrebt, uns ein weiteres Projektfinanzierungspaket in ähnlicher Grössenordnung zu sichern", kündigt CFO Walker an dem Anlass an.

BARMITTELABFLUSS 2017 HÖHER ALS ZUVOR ANGEKÜNDIGT

Konkret für die eigenen Ziele 2017 bedeute die Vereinbarung zwar keine Änderung am Umsatzausblick. Hier rechnet Evolva mit einer ähnlichen Dynamik wie 2016. Die Barmittelabflüsse dürften sich im laufenden Jahr aber um zusätzlich 6 Mio CHF erhöhen. Hier hatte Evolva anlässlich der Zahlenvorlage am vergangenen Donnerstag bereits angekündigt, dass sie relativ hoch bleiben werden.

An der Börse lässt die erste Euphorie bis zum Nachmittag etwas nach. Nachdem die Aktien in der Spitze prozentual zweistellig zugelegt hatten, gewinnen sie gegen 16.55 Uhr noch 4,6% auf 0,68 CHF. Der SPI tritt mit -0,04% auf der Stelle.

hr/cp

(AWP)