Evolva mit weniger Umsatz und höherem Verlust in H1 - Barmittelabfluss hoch

(Meldung durchgehend um weitere Details ergänzt)
18.08.2016 08:27

Reinach (awp) - Evolva hat beim Blick auf das erste Halbjahr 2016 Licht und Schatten zu bieten. So ist der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres geringer als im Vorjahreszeitraum ausgefallen - auch, wenn man den Vorjahrewert um Einmalerlöse bereinigt. Der Verlust wurde noch ausgeweitet. Gleichzeitig betont das Unternehmen in der Medienmitteilung, zahlreiche Schwierigkeiten in den Griff bekommen zu haben.

Dazu zählen beispielsweise die Fortschritte, die das in den Bereichen Gesundheits-, Ernährungs- und Wellness-Produkte aktive Unternehmen mit EverSweet erzielt hat. Hier habe man solide Fortschritte in technischen und regulatorischen Belangen sowie auf dem Gebiet des geistigen Eigentums gemacht, heisst es dazu.

FDA HAT KEINE BEDENKEN BEI EVERSWEET

So hatte der Evolva-Partner Cargill Anfang Juni von der US-Gesundheitsbehörde FDA einen GRAS (generally recognized as safe) "No objection letter" für den Süssstoff EverSweet zur Verwendung in Lebensmitteln und Getränken erhalten. Cargill und Evolva stellen die süssesten Moleküle der Stevia-Pflanze, Reb M und Reb D, durch Fermentation her.

Mit Blick auf das Produkt Resveratrol hebt Evolva hervor, dass die Produktions-Engpässe beseitigt wurden. Resveratrol wird unter anderem in roten Weintrauben, Blaubeeren, Nüssen und anderen Pflanzen gefunden und ist eine Ingredienz, die mit verschiedenen funktionalen Effekten assoziiert wird, die durch starken Stress etwa infolge von Hitze, Dehydrierung oder Krankheiten ausgelöst werden. Zuletzt hatte Evolva hier eine Kooperation mit der US Navy mitgeteilt.

Zu seinem Produkt Nootkaton hebt das Unternehmen die Wirksamkeit gegen eine Vielzahl von Schädlingen hervor. Die jüngsten Sicherheitsdaten seien ermutigend. Nootkaton kann in minimalen Mengen etwa aus der Schale der Grapefruit extrahiert werden.

FOKUSSIERUNG LOHNT SICH

Unter dem Strich zeigt sich das Unternehmen in seiner Fokussierung auf Schlüsselprodukte bestätigt. Die Produktionskosten insgesamt habe man weiter deutlich gesenkt.

Die Kosten für Forschung & Entwicklung wurden ebenfalls reduziert. Sie lagen mit 16,2 Mio CHF um 10% unter dem Vorjahreswert. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten nahmen hingegen um eine Million auf 7,2 Mio CHF zu. Für die Berichtsperiode weist das Unternehmen einen Verlust von 18,8 Mio CHF aus, nach einem Fehlbetrag von 17,0 Mio CHF im ersten Semester 2015.

Umsätze erzielte Evolva in den ersten sechs Monaten 2016 in Höhe von 3,7 Mio CHF nach 8,3 Mio im Vorjahreszeitraum. Allerdings waren die Umsätze im ersten Halbjahr 2015 durch Einmalzahlungen in Höhe von 4 Mio CHF geprägt. Beim Umsatz gingen 3,3 Mio CHF auf das Konto von Forschungs- und Meilensteinzahlungen aus Unternehmenspartnerschaften.

PRODUKTVERKÄUFE SOLLEN ZUNEHMEN

Die Produktverkäufe beziffert Evolva auf 0,4 Mio CHF - eine Verdoppelung gegenüber dem ersten Halbjahr 2015. Hier kündigt das Unternehmen laut Präsentation an, dass diese im weiteren Geschäftsverlauf deutlich höher ausfallen werden.

Die Zahlen liegen damit unter den Markterwartungen. Die Analysten hatten gemessen am AWP-Konsens einen Umsatz von 5,4 Mio und einen Reinverlust von 18,4 Mio prognostiziert.

Der Barmittelabfluss durch Geschäftstätigkeiten erhöhte sich auf 15,7 Mio CHF gegenüber 14,6 Mio im Vorjahreszeitraum. Zum Stichtag verfügte Evolva über liquide Mittel in Höhe von 66,7 Mio CHF. Per Ende 2015 lagen diese bei 83,2 Mio CHF.

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016 wurde bestätigt. Demnach erwartet Evolva, 2016 einen Gesamtumsatz in etwa auf Vorjahreshöhe zu erreichen, wobei dies von den Produktumsätzen, dem Abschluss zusätzlicher Verträge und dem Erreichen von Meilensteinen abhängig ist.

hr/cp

(AWP)