Evotec stärkt sich durch Zukauf in den USA

Das Biotechnologie-Unternehmen Evotec stärkt sich mit dem grössten Zukauf in der Unternehmensgeschichte. Für 300 Millionen US-Dollar - umgerechnet rund 256 Millionen Euro - übernehmen die Hamburger den US-Konkurrenten Aptuit vom Investor Welsh, Carson, Anderson & Stowe. Der Preis wird in bar bezahlt und der Zukauf soll noch im dritten Quartal abgeschlossen werden. Analysten und Anleger reagierten am Montag zustimmend. An der Börse zog das Evotec-Papier in der Spitze um nahezu 7 Prozent an.
31.07.2017 12:04

Evotec stellte durch den Zukauf einen positiven Einfluss auf die Erlöse und einen erheblichen Beitrag zum operativen Ergebnis (Ebitda) in Aussicht. Eine neue Prognose will das im TecDax notierte Unternehmen zum Abschluss der Transaktion veröffentlichen.

Aptuit arbeitet wie Evotec auch als Forschungs- und Entwicklungspartner für andere Pharma-Unternehmen. Mit der Übernahme kann Evotec das eigene Angebot nun bis zur Einreichung eines neuen klinischen Wirkstoffkandidaten erweitern. Bisher hatte die Palette der Deutschen nur bis zum präklinischen Stadium gereicht. Zudem könne Evotec dank Aptuit nun die Herstellung von Arzneimittelwirkstoffen und -produkten aus einer Hand anbieten, hiess es weiter.

Mit der Übernahme sei Evotec ein sehr vernünftiges Geschäft gelungen, schrieb Branchenexpertin Klara Fernandes von der Privatbank Berenberg. Sie lobte die Erweiterung der Angebotspalette und verwies unter anderem darauf, dass die Amerikaner auch im Bereich der Atemwegserkrankungen unterwegs seien, auf dem Evotec bislang nicht präsent gewesen sei.

Aptuit mit Sitz im US-amerikanischen Greenwich (Bundesstaat Connectitut) beschäftigt rund 750 Mitarbeiter an Standorten in Italien, Grossbritannien und der Schweiz. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 88 Millionen Euro um und erwirtschaftete einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 11 Millionen Euro. Für 2017 wird ein Umsatz zwischen 100 und 110 Millionen Euro angestrebt.

Zum Vergleich: Evotec erlöste im vergangenen Jahr 164,5 Millionen Euro. Der bereinigte operative Gewinn betrug rund 36 Millionen Euro. Nach bisherigen Angaben soll der Umsatz 2017 um mehr als 15 Prozent wachsen und das bereinigte Ergebnis signifikant zulegen.

Evotec gehörten in den vergangenen zwölf Monaten zu den Lieblingen der Investoren, wobei die Aktie von Forschungsmeilensteinen, guten Geschäftszahlen und dem optimistischen Unternehmensausblick profitierte. Das Papier war Mitte Juli bei 14,71 Euro auf den höchsten Stand seit 2001 gestiegen, bevor Anleger erst einmal Kasse machten. Binnen eines Jahres hat sich der Kurs aber nahezu verdreifacht./tav/jha/men

(AWP)