Ex-Manager der Bank of America soll Krisenbank MPS in bessere Zeiten führen

ROM (awp international) - Der ehemalige Italien-Chef der Bank of America soll die angeschlagene Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) in bessere Zeiten führen. Marco Morelli werde zum 20. September die Position des Vorstandsvorsitzenden übernehmen, teilte das italienische Finanzinstitut am Mittwochabend mit. Der Schritt war von Experten erwartet worden, nachdem der bisherige Bankchef Fabrizio Viola in der vergangenen Woche seinem Rücktritt zugestimmt hatte.
14.09.2016 20:59

Den ebenfalls am Mittwoch angekündigten Rückzug des bisherigen Verwaltungsratsvorsitzenden Massimo Tononi hatten Beobachter hingegen nicht erwartet. Er will seinen Posten nach dem Zusammentreffen der Aktionäre räumen, auf welchem über die Kapitalerhöhungspläne von MPS entschieden wird.

Mit der Ankündigung von Ende Juli, mehr als der Hälfte ihrer faulen Kredite verkaufen zu wollen, hatte die angeschlagene italienische Bank bereits einen grossen Schritt aus der Krise gemacht. Der vorgestellte Rettungsplan sieht zudem eine Kapitalerhöhung in Höhe von fünf Milliarden Euro vor. Beide Massnahmen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Kapitalerhöhung wird nach MPS-Angaben von einem Konsortium aus nationalen und internationalen Banken getragen, darunter auch die Deutsche Bank .

MPS leidet besonders stark unter einem Berg fauler Kredite. Die 1472 gegründete Bank gilt als älteste Bank der Welt. Doch seit der Finanzkrise hat sie sich nicht wirklich erholt - trotz mehrerer Kapitalerhöhungen und zweier Rettungsaktionen durch den Staat./he/gl

(AWP)