Fähre testweise mit ABB-Positionierungssystem ferngesteuert

Fortschritte bei selbstfahrenden Schiffen: Letzte Woche fand der weltweit erste Test mit einer ferngesteuerten Passagierfähre statt. In Finnland wurde die Fähre Suomenlinna II vom Kontrollzentrum in Helsinki aus durch eine Teststrecke nahe des Hafens manövriert. Das dynamische Positionierungssytem dazu hat der Automationskonzern ABB geliefert.
04.12.2018 13:29

Der Testlauf für die autonome Fahrt habe bewiesen, dass die Übersicht und Kontrolle von Fähren mit heutigen Technologien von jedem Punkt aus möglich seien, teilte ABB am Dienstag mit. Autonom sei allerdings nicht gleichzusetzen mit unbemannt. Stattdessen sollten die Technologien die Fähigkeiten der Seeleute erweitern und die Sicherheit maritimer Operationen erhöhen.

Laut ABB stellt der Versuch einen entscheidenden Schritt zur Erhöhung der Akzeptanz autonomer Betriebssysteme in der maritimen Industrie dar. Der Konzern verspricht sich etwa in der internationalen Schifffahrt, die sich gerade von einem Abschwung erholt, einen grossen Markt.

Nachfrage nach Schiffstransporten gestiegen

Nach Daten der internationalen Seefahrtskammer sei die weltweite Nachfrage nach Schiffstransporten in den letzten zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen. Heute würden jährlich mehr als zehn Milliarden Tonnen Fracht auf dem Seeweg befördert.

Dennoch müssen Schiffspassagiere derzeit noch nicht damit rechnen, dass ihre Fähre ferngesteuert wird. So wird auch die Passagierfähre in Helsinki weiterhin mit den herkömmlichen Steuerungseinrichtungen betrieben werden, wie ABB festhielt. Der Fernsteuerungsmodus werde nur bei weiteren Versuchen zum Einsatz kommen, mit denen die Forschung und Entwicklung fortgesetzt werden sollen.

ABB hatte bereits das elektrische Antriebssystem für die Suomenlinna II geliefert. Im letzten Jahr wurde die Fähre nun mit dem Umgebungs- und Lagebeurteilungssystem ABB Ability Marine Pilot Vision nachgerüstet.

tt/kw

(AWP)