Familie Burkard und Saint-Gobain verlängern Verkaufsvereinbarung für Sika

(Meldung ergänzt) - Saint-Gobain demonstriert Beharrungsvermögen bei Sika. Der derzeit bis Mitte 2017 laufende Kaufvertrag für die Kontrollmehrheit der Familie Burkard sei bis Ende 2017 verlängert worden, so der französische Bauriese am Donnerstag. Saint-Gobain habe eine entsprechende Option ausgeübt.
06.04.2017 09:19

Nach diesem Zeitpunkt habe Saint-Gobain die Möglichkeit, den Vertrag nochmals zu verlängern, und zwar bis zum 31. Dezember 2018, so die Franzosen weiter. Damit wurde der Kaufvertrag ein drittes Mal verlängert. Ursprünglich wollte Saint-Gobain den Deal im zweiten Semester 2015 unter Dach und Fach bringen.

"Wir freuen uns, dass Saint-Gobain von der Möglichkeit der Vertragsverlängerung Gebrauch macht. Es ist unser fester Wille und bleibt unser gemeinsames Ziel, diese Transaktion mit Saint-Gobain erfolgreich abschliessen zu können", wird Urs Burkard, Sprecher der Familie, zitiert. Denn die Familie Burkard erachte Saint-Gobain als ihren idealen Nachfolger als Ankeraktionär und Partner für Sika, um die langfristige Zukunft der Firma erfolgreich zu gestalten.

BALL LIEGT BEI DEN GERICHTEN

Die Familie Burkard hält über ihre Familienholding Schenker-Winkler Holding (SWH) die Stimmrechtsmehrheit an Sika und will sie an den französischen Konkurrenten verkaufen. Dagegen wehren sich Minderheitsaktionäre wie eine Aktionärsgruppe um Bill Gates sowie der Verwaltungsrat und das Management.

Die neuerliche Vertragsverlängerung überrascht kaum. Denn der Ball liegt mittlerweile bei den Gerichten und zieht sich daher hin. Neuigkeiten in der "Causa Saint-Gobain" gab es zuletzt Ende Oktober, als das Zuger Kantonsgericht im Streit um die Anwendung der Vinkulierung der Stimmrechte der verkaufswilligen Familie Burkard an der Generalversammlung im Sinne des Sika-Verwaltungsrates entscheid.

Und trotzdem ist allem beim Alten geblieben, denn die Familie Burkard hat den Fall im Herbst umgehend an die nächste Instanz weitergezogen - an das Obergericht des Kantons Zug. Da ein Entscheid dieser Instanz bis zu einem Jahr in Anspruch nimmt, war kaum mit einem Schiedsspruch mit zum Ablauf des früheren Vertrags Mitte 2017 zu rechnen. Kommt es danach zu einem Gang ans Bundesgericht, dürfte dies mindestens ein weiteres Jahr erfordern.

Die Börse sieht das offenbar ähnlich: Die Sika-Inhaber bewegen sich in den ersten Handelsminuten mit minus 0,7% in einem ähnlichen Rahmen, wie der am SPI gemessenen Gesamtmarkt (-0,56%).

ra/cp

(AWP)