Feintool bleibt im Halbjahr auf Wachstumskurs - Umsatzziel leicht angehoben

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Industriegruppe Feintool bleibt im ersten Halbjahr 2017 auf Wachstumskurs und hat den Umsatz weiter gesteigert. Die Gewinnentwicklung konnte mit dem Umsatzanstieg allerdings nicht ganz mithalten. Höhere Finanzkosten waren der Grund dafür. Das Management rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit weiterem Wachstum und hebt die Umsatz-Guidance für das Gesamtjahr leicht an.
29.08.2017 08:52

Der Umsatz von Feintool wuchs in den ersten sechs Monaten um 6,6% auf 296,8 Mio CHF, womit die Vorgaben der Analysten leicht übertroffen wurden. Währungsbereinigt resultierte gar ein Plus von 7,4%, wie die auf das Feinschneiden und Umformen von Metallteilen spezialisierte Gruppe am Dienstag schreibt. Das um Währungseffekte bereinigte Wachstum hat sich im zweiten Quartal (+9,8%) gegenüber dem ersten Quartal (+5,0%) deutlich beschleunigt.

Die weltweite Automobilindustrie habe sich im ersten Semester insgesamt weiterhin stabil gezeigt, heisst es in der Mitteilung weiter. Schätzungen zufolge sei die Pkw-Produktion global um 2,8% gewachsen.

STARKE ZUNAHME IN EUROPA

Das machte sich in der Teilefertigung gut bemerkbar, wo der Umsatz in den Monaten Januar bis Juni um 10% (+11% in LW) auf 266,0 Mio CHF in die Höhe geklettert ist. Wachstumstreiber war da der europäische Markt mit einer Zunahme von 18%. Der Umsatzanteil des Europa-Geschäfts beträgt mittlerweile 56% nach zuvor 53%.

In den USA konnte das Segment System Parts - trotz sinkender Pkw-Produktion - leicht um 1,6% auf 91,5 Mio CHF wachsen. Feintool spricht hier von einer "Stabilisierung auf hohem Niveau". In Asien zeichnete sich vor allem China für das kleine Umsatzplus von 2,1% auf 25,2 Mio verantwortlich. Das neue Umformwerk im chinesischen Tianjin steuerte 1,5 Mio zum Umsatz bei.

Im Segment Fineblanking Technology bzw. dem Investitionsgütergeschäft verkaufte Feintool erneut weniger Pressen und Anlagen. Der Umsatz fiel um 16% auf 37,1 Mio CHF zurück. Mit einem Drittumsatz von 30,8 Mio trägt das Segment 10,4% zum Umsatz der Gruppe bei.

STABILE MARGEN

Die Bruttomarge steigerte Feintool leicht um 0,9 Prozentpunkte auf 40,2%. Gestützt wurde der Anstieg durch Verbesserungen im Produktmix, die leicht höhere Wertschöpfung, eine bessere Auslastung sowie verbesserten Kostenstrukturen in den wichtigsten Werken. So verbesserte Fineblanking Technology die Bruttomarge trotz Umsatzrückgang um 1,1 Punkte auf 41,0%, während diese bei System Parts mit 39,5% leicht über dem Vorjahresniveau zu liegen kam.

Der Betriebsgewinn ging auf Stufe EBIT um 5,1% (in LW: +6,2%) hoch auf 22,5 Mio CHF, womit sich eine Marge von 7,6% (VJ 7,7%) errechnet. Die höheren Materialkosten - etwa beim Stahl - habe man grösstenteils an die Kunden weitergegeben. Und Lohnsteigerungen in Deutschland, Zusatzaufwendungen für Produktverlagerungen in Europa sowie den Personalaufbau in den neuen Werken in Oelsnitz und Tianjin wurden dank der höheren Kapazitätsauslastung aufgefangen.

Unter dem Strich stieg der Reingewinn der Gruppe nur leicht auf 14,0 Mio von 13,9 Mio in der Vorjahresperiode. Dabei belasteten die gestiegenen Finanzkosten das Resultat.

WEITERES WACHSTUM

Im zweiten Halbjahr geht Feintool von einer Belebung im Industriegütergeschäft aus, denn die Auftragseingänge liegen mit 49,3 Mio CHF um rund 15% über Vorjahr. Und auch die erwarteten Abrufe in der Serienteilefertigung im Umfang von 238,6 Mio (VJ 221,8 Mio) deuten auf weiteres Wachstum hin. Vor diesem Hintergrund geht das Management von einer Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung aus.

Die Prognose zum Umsatz hob die Gruppe für das Gesamtjahr auf 580 bis 600 Mio CHF leicht an von bislang 580 Mio. Die EBIT-Marge soll derweil auf dem Niveau vom ersten Halbjahr, also den 7,6%, liegen. Hier hatte Feintool bislang eine Ziel-Bandbreite von 7,5 bis 8,0% vorgegeben.

mk/rw

(AWP)