Finanzielle Lage von Takata verschärft sich dramatisch

Der angeschlagene japanische Automobilzulieferer Takata steht wegen den Folgen eines gewaltigen Rückrufdesasters kurz vor dem Aus. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" und die Agentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf Quellen berichteten, könnte Takata möglicherweise noch Ende dieses Monats vor Gericht Insolvenz beantragen.
16.06.2017 08:43

Angesichts gewaltiger Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer Billion Yen (rund 8,8 Milliarden Franken) wäre dies die grösste Pleite eines Produktionsunternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte.

Defekte Airbags von Takata machen der Automobilindustrie schon seit Jahren zu schaffen. Bei langer Einwirkung von Hitze und Luftfeuchtigkeit kann der Airbag bei einem Unfall zu stark auslösen.

Die Mängel haben allein in den USA zum Rückruf von fast 70 Millionen Airbags geführt und werden für den Tod von mindestens 16 Menschen verantwortlich gemacht. Wegen der hohen Rückrufkosten schreibt Takata seit drei Geschäftsjahren in Folge tiefrote Zahlen. Der Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

(AWP)