Finanzinvestoren wollen bei Stada durchregieren - Investor Singer stockt auf

Nach der Übernahme der Mehrheit an Stada wollen die Finanzinvestoren Bain und Cinven die Kontrolle über den hessischen Pharmakonzern vergrössern. Diese seien an das Unternehmen herangetreten, um über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu verhandeln, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Der Stada-Vorstand habe entschieden, in entsprechende Gespräche einzutreten.
24.08.2017 19:02

Den Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven war es jüngst im zweiten Anlauf geglückt, Stada mehrheitlich zu übernehmen. Sie hatten sich 63,85 Prozent am Unternehmen gesichert. Einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag muss die Hauptversammlung allerdings mit 75 Prozent Stimmenmehrheit billigen. Bis zum 1. September läuft noch eine verlängerte Annahmefrist, die etwa bestimmte Index-Fonds nutzen könnten.

Unklar ist weiterhin, was der umtriebige Investor Paul Singer mit seinem Stada-Anteil vor hat. Nach einer Stimmrechtsmitteilung vom Donnerstag hat er seinen Einfluss noch ausgebaut und verfügt direkt und indirekt über Zugriff auf 11,59 Prozent der Stimmrechte. Singer dürfte auf ein besseres Angebot als die von Bain und Cinven gebotenen 66,25 Euro je Aktie spekulieren.

Im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag werden die Finanzinvestoren den anderen Aktionären ein neuerliches Angebot machen und ihnen für die Dauer des Vertrages einen Ausgleich zahlen. Die Details müssen nun in den Verhandlungen mit dem Vorstand festgezurrt werden. Die Anleger hoffen offenkundig auf einen guten Deal: Auf der Handelsplattform Tradegate zog die Stada-Aktie weiter an. Am Abend lag ihr Kurs bei 83,46 Euro.

das/he

(AWP)