Fresenius hebt die Prognose dank guter Geschäfte mit Flüssigmedizin

(Neu: Vorbörslicher Kurs, Markteinschätzung)
02.08.2016 08:50

BAD HOMBURG (awp international) - Der Medizinkonzern Fresenius traut sich nach einem starken zweiten Quartal für das Gesamtjahr mehr Gewinn zu. Wachstumstreiber bleibt vor allem die Flüssigmedizinsparte Kabi. Wie das Unternehmen aus Bad Homburg am späten Montagabend mitteilte, soll der um Sondereinflüsse bereinigte Überschuss währungsbereinigt um 11 bis 14 Prozent zulegen. Bisher hatte sich Fresenius ein Plus von 8 bis 12 Prozent vorgenommen. Die bisherige Umsatzprognose - ein Plus von 6 bis 8 Prozent - bleibt bestehen.

Mit der Ausblickserhöhung erfreute der neue Vorstandschef Stephan Sturm, der bisher Finanzchef war und den Posten Anfang Juli von seinem Vorgänger Ulf Schneider übernahm, die Anleger. Im vorbörslichen Handel stiegen sowohl die Aktien von Fresenius als auch die der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC ). Beide Unternehmen hätten im zweiten Quartal etwas besser als erwartet abgeschnitten, lobte ein Händler.

BESSERE AUSSICHTEN FÜR NORDAMERIKA

Die Sparte Kabi, in der Fresenius das Geschäft mit Infusionen, flüssigen Generika und klinischer Ernährung bündelt, soll sowohl beim organischen Umsatz als auch beim operativen Ergebnis um 3 bis 5 Prozent wachsen. Bisher war Fresenius von einem niedrigen einstelligen organischen Umsatzwachstum und einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau ausgegangen. Das Geschäft in Nordamerika blieb trotz Umsatzrückgängen jedoch auf hohem Niveau. Die Aussichten für das zweite Halbjahr hätten sich zudem für Nordamerika und für die Schwellenländer verbessert, hiess es bei Fresenius. Für die anderen Sparten, die Dialysetochter FMC, den Klinikbetreiber Helios sowie die Projektgesellschaft Vamed bestätigte Fresenius die Prognosen.

Im zweiten Quartal steigerte Fresenius seinen Umsatz um 2 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Belastend wirkten dabei negative Währungseffekte, vor allem die Abwertung des chinesischen Yuan, des US-Dollar und des argentinischen Peso gegenüber dem Euro. Der um Sondereinflüsse bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg unterdessen um 8 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Das um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Ergebnis nach Minderheiten lag 12 Prozent höher bei 393 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem etwas besseren Umsatz, jedoch mit weniger Gewinn gerechnet.

FMC ÜBERTRIFFT ANALYSTEN-ERWARTUNGEN

Der Dialyse-Spezialist FMC, der ebenfalls im Dax notiert ist und in US-Dollar bilanziert, legte unter anderem dank Verbesserungen in Nordamerika im zweiten Quartal zu. Der Umsatz stieg um 5 Prozent auf 4,42 Milliarden Dollar. Ausserdem verzeichnete FMC Kosteneinsparungen. So kletterte der um Sonderposten bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 17 Prozent auf 641 Millionen Dollar nach oben. Das bereinigte Konzernergebnis stieg um 22 Prozent auf 294 Millionen Dollar.

Damit übertraf der weltgrösste Anbieter von Dialyse-Geräten und -Materialien die Erwartungen der Analysten beim operativen Ergebnis sowie beim Überschuss. Die bisherige Prognose blieb bestehen: Erwartet wird ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent und ein Ergebniswachstum zwischen 15 und 20 Prozent./nmu/enl/stb

(AWP)