Fresenius Medical Care (FMC) setzt neues Sparprogramm auf

(Ausführliche Fassung) - Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC ) stellt die Weichen auf dem Weg zu seinen ambitionierten Wachstumszielen. Neben weiteren Übernahmen und der Stärkung des noch jungen Standbeins Versorgungsmanagement will die Fresenius-Tochter ihre Kosten weiter senken. FMC-Chef Rice Powell kündigte hierzu auf einem Kapitalmarkttag des Unternehmens am Donnerstag in Frankfurt ein neues Sparprogramm an.
08.06.2017 15:15

Dieses soll 2018 beginnen und bis 2020 "nachhaltige Effizienzgewinne" von jährlich 100 bis 200 Millionen Euro bringen. Die Palette der Massnahmen reiche dabei von Verbesserungen etwa in der Belieferungskette über eine weltweite Harmonisierung und Standardisierung von Prozessabläufen bis hin zu einem effizienteren Kapitaleinsatz, erklärte Finanzvorstand Mike Brosnan.

FMC hatte 2016 nach drei Jahren mit rückläufigen Gewinnen die Wende geschafft und wieder bessere Ergebnisse ausgewiesen. Als Problem hatten sich zuvor vor allem Kürzungen im US-Gesundheitssystem erwiesen. FMC hatte darauf bereits mit einem ersten Sparprogramm reagiert. Zudem baut das Dax -Unternehmen seit 2014 den neuen Bereich Versorgungsmanagement auf, in dem ergänzende medizinische Leistungen rund um die Dialyse gebündelt sind.

Insbesondere in diesem Bereich, der aktuell rund 16 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt, erhofft sich FMC deutliches Wachstum - bis 2020 soll der Umsatz im Versorgungsmanagement um durchschnittlich mehr als 15 Prozent pro Jahr anziehen. So will das Unternehmen seine gesamten Erlöse bis Ende des Jahrzehnts auf 24 Milliarden Euro treiben. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 10 Prozent, nachdem FMC im vergangenen Jahr 16,6 Milliarden Euro erlöst hatte. Das Konzernergebnis soll im selben Zeitraum jährlich im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen.

Einen Wachstumsschub erhofft sich FMC dadurch, Patienten auch bei Dienstleistungen rund um die Dialyse zu betreuen - etwa durch Labordienstleistungen oder bei Begleiterscheinungen des Nierenversagens wie Herz-Kreislauferkrankungen. Ziel sei es, kostspielige Krankenhausaufenthalte von Dialyse-Patienten zu reduzieren und diese möglichst lange in den eigenen FMC-Einrichtungen zu halten, sagte Powell. Hiervon profitiere FMC wiederum durch steigende Vergütungen.

Dabei sieht der FMC-Chef sein Unternehmen gut aufgestellt. "Es gibt derzeit keinen Wettbewerber, der das bietet, was wir vorhaben." Bis 2025 dürfte sich so die Zahl der Dialysepatienten von derzeit rund 3 Millionen auf voraussichtlich rund 4,9 Millionen erhöhen, so Powell.

Weiteres Wachstum für FMC soll aber auch durch Zukäufe kommen. Dies gilt sowohl für das Kerngeschäft als auch im Versorgungsmanagement. Erst kürzlich hatte sich FMC durch einen kleineren Zukauf in Australien gestärkt, wo der Konzern Tageskliniken von dem Betreiber Cura Group übernahm./tav/men/fbr

(AWP)