Fresenius mit mehr Schwung zum Jahresendspurt - FMC legt weiter zu

(Ausführliche Fassung)
27.10.2016 11:16

BAD HOMBURG (awp international) - Der Medizinkonzern Fresenius ist vor allem dank der guten Geschäfte seiner Flüssigmedizinsparte Kabi in den USA etwas zuversichtlicher für seine Gewinnentwicklung. Für den seit Juni amtierenden Chef Stephan Sturm läuft es rund - für Februar kündigte er "anspruchsvolle Ziele" für die kommenden Jahre an.

Die Analysten der DZ Bank bewerten die Zahlen von Fresenius zum dritten Quartal im Rahmen der Erwartungen und bestätigen ihr Kaufvotum. Die Aktie von Fresenius pendelte um die Nulllinie, während die ebenfalls im Dax notierte Tochter FMC im Gleichlauf mit dem Dax im Laufe des Vormittags klar ins Plus drehte.

"Mit einem erneut deutlichen Ergebniszuwachs konnten wir im dritten Quartal an die sehr gute Entwicklung des ersten Halbjahres anknüpfen", sagte Sturm laut Mitteilung. Dabei seien erneut alle Unternehmensbereiche in allen Regionen organisch, also aus eigener Kraft, gewachsen. Erst zum Sommer hatte Sturm ebenfalls wegen Kabi seine Gewinnerwartungen angehoben. Im September konnte er mit dem milliardenschweren Zukauf des spanischen Krankenhauskonzern Quirónsalud die grösste Übernahme der Firmengeschichte verkünden, die in den kommenden Jahren voll durchschlägt.

Vor allem die guten Geschäfte seiner Flüssigmedizinsparte Kabi in den USA sorgen bei Fresenius nun für noch mehr Zuversicht. Das untere Ende der Spanne für den Jahresgewinn werde angehoben, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das Konzernergebnis solle nun währungsbereinigt um 12 bis 14 Prozent wachsen, zuvor wurden 11 bis 14 Prozent erwartet. Das obere Ende des Konzernergebnisausblicks bleibe unverändert, da Finanzierungskosten für die Akquisition von Quirónsalud gegenläufig wirken, hiess es. Den Umsatzausblick bestätigte das Unternehmen.

Im dritten Quartal erhöhte der Fresenius-Konzern seinen Umsatz um 6 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro, negative Währungseffekte kosteten einen Prozentpunkt Wachstum. Der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 5 Prozent auf 1,082 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis nach Minderheiten lag um 9 Prozent höher bei 399 Millionen Euro.

Fresenius schraubte entsprechend bei der Tochter Kabi den Ausblick für das Jahr 2016 nach oben: Nun werde ein organisches Umsatzwachstum und ein währungsbereinigtes Ebit-Wachstum von jeweils 4 bis 6 Prozent erwartet. Die bisherige Prognose sah ein organisches Umsatzwachstum und ein währungsbereinigtes Ebit-Wachstum von jeweils 3 bis 5 Prozent vor. In Nordamerika geht das Geschäftsplus im dritten Quartal im wesentlichen auf die Einführung neuer Produkte zurück.

Der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC ) profitierte im dritten Quartal von seinen Sparanstrengungen und guten Geschäften in allen Regionen. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um neun Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar, wie FMC mitteilte. Dabei machte sich die Dollarkursentwicklung dieses Mal nicht bemerkbar. FMC bilanziert in US-Dollar. Das Erlösplus gehe vor allem auf eine gute Entwicklung der Gesundheitsdienstleistungen zurück. Unter anderem stieg die durchschnittliche Vergütung pro Behandlung in den USA.

Der um Sonderposten bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um neun Prozent auf 670 Millionen Dollar zu. Teils höhere Personalkosten in den USA wurden durch Einsparungen oder bessere Margen in anderen Regionen mehr als wettgemacht. Das Konzernergebnis stieg entsprechend um 27 Prozent auf 333 Millionen Dollar. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte FMC. Bei Umsatz und Konzernergebnis schnitt FMC etwas besser ab als von Analysten erwartet, das Ebit traf dagegen die Schätzungen./stk/fbr/stb

(AWP)