Fresenius stellt nach 'schwierigem Rekordjahr' Weichen für Wachstum

(Ausführliche Fassung) - Der Gesundheitskonzern Fresenius hat im deutschen Klinikgeschäft und bei seiner Dialysetochter FMC ein mit Problemen behaftetes Jahr 2018 hinter sich. Zwar schloss das Unternehmen abermals auf Rekordniveau ab, doch Fresenius-Chef Stephan Sturm will den Konzern nun mit höheren Investitionen wieder in ruhigeres Fahrwasser bringen. Fresenius-Aktien legten im frühen Handel um 3,26 Prozent zu. FMC-Papiere gewannen an der Dax-Spitze mehr als vier Prozent. Ein Händler lobte die Aktienrückkäufe.
20.02.2019 09:07

"2019 machen wir zu einem Jahr der Investitionen, etwa in Wachstumsfelder wie Heimdialyse, Biosimilars oder neue Service- und Therapieangebote rund um das Krankenhaus", sagte Sturm am Mittwoch bei der Bilanzvorlage. Fresenius schaffe so die Grundlage für künftiges Wachstum. Beitragen sollen zu diesem auch kleine und mittlere Zukäufe, wie Fresenius weiterhin ankündigte.

"2018 war kein einfaches, aber dennoch wieder ein erfolgreiches Jahr für Fresenius", erklärte Sturm weiter. Fresenius hatte die Schwäche im Geschäft mit seinen deutschen Kliniken und ein gedämpftes Wachstum bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) zu schaffen gemacht. Im deutschen Krankenhausgeschäft hatte der Konzern mit einem verstärkten Abgang von Ärzten zu kämpfen, weil das Unternehmen zuvor Therapiefelder in einzelnen Kliniken gebündelt hatte. Zudem sanken die Behandlungszahlen aufgrund des Trends zu ambulanten Behandlungen.

Allein im vierten Quartal brach das Ergebnis bei der Kliniktochter Helios mit Krankenhäusern in Deutschland und der spanischen Kette Quironsalud um 16 Prozent ein. Während das Geschäft mit intravenös verabreichten Medikamenten wie Infusionen der Tochter Kabi weiter brummte, wuchs FMC auf vergleichbarer Basis nur leicht.

Im Gesamtjahr sank bei FMC der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 1 Prozent auf 16,55 Milliarden Euro. Die Fresenius-Tochter behandelte unter anderem weniger privat versicherte Patienten, zudem brachen die Umsätze im Geschäft mit Gesundheitsdiensten rund um die Dialyse ein. Das um Sondereinflüsse bereinigte FMC-Ergebnis kletterte auch dank des Verkaufs des Ärztenetzwerks Sound Inpatient Physicians jedoch um 2 Prozent auf knapp 1,19 Milliarden Euro. Das Unternehmen will seinen Anlegern das schwierige Jahr nun versüssen und in den nächsten zwei Jahren eigene Aktien im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen.

Für den gesamten Fresenius-Konzern wurde 2018 dennoch das 15. Rekordjahr in Folge. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 33,5 Milliarden Euro und der Gewinn um 4 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro. Damit traf Fresenius die Erwartungen der Analysten und auch die eigenen - zuvor etwas eingedampften - Prognosen. Die Anleger sollen eine um 5 auf 80 Cent erhöhte Dividende erhalten.

Fresenius-Chef Sturm hat 2019 bereits zum "Übergangsjahr" erklärt. Der Konzern rechnet unverändert mit stagnierenden Ergebnissen, der Umsatz soll währungsbereinigt um drei bis sechs Prozent steigen. Die im Dezember eingedampften Mittelfristziele wurden konkretisiert: Zwischen 2020 und 2023 strebt Fresenius ein organisches durchschnittliches Umsatzwachstum zwischen vier und sieben Prozent an. Das Konzernergebnis soll pro Jahr in diesem Zeitraum in einer Bandbreite von fünf bis neun Prozent wachsen./tav/als/jkr/jha/

(AWP)

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