Fronten bei PPG-Übernahmeschlacht um Akzo Nobel weiter verhärtet

Bei der Übernahmeschlacht um den niederländischen Chemiekonzern Akzo Nobel sind die Fronten weiter verhärtet. Während Akzo-Nobel-Chef Ton Büchner in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" (Donnerstag) weiterhin keinen Wert in Übernahmegesprächen mit dem US-Konzern PPG Industries sieht, streicht PPG-Chef Michael McGarry im Gespräch mit der "Financial Times" (Donnerstag) heraus, dass fast alle Akzo-Nobel-Grossaktionäre eine Übernahme durch seinen Konzern befürworteten. Er schliesse auch ein feindliches Vorgehen nicht aus. Keine Option sei ausgeschlossen, erklärte McGarry.
06.04.2017 09:13

Akzo-Nobel-Chef Büchner wiederholte hingegen seine Argumente gegen ein Zusammengehen. Auch ein erhöhtes Angebot von PPG hatte er Mitte März zurückgewiesen. Das Angebot über 88,72 Euro je Aktie in bar und PPG-Aktien spiegele nicht den Wert des Konzerns wider, hiess es schon seinerzeit. Zudem würden bedeutende Risiken für die Aktionäre damit nicht ausgeräumt. Die Offerte liege nicht im besten Interesse der Eigentümer. Das neue Angebot war insgesamt 22,4 Milliarden Euro schwer. Bereits am 9. März hatte Akzo dem Werben von PPG eine Absage erteilt, auf die da gebotenen 21 Milliarden Euro hatte PPG daher noch etwas draufgepackt.

Akzo-Chef Büchner versprach zu dem Zeitpunkt den Aktionären, der eigene Plan einer Aufspaltung sei für sie der bessere. Bei einem Zusammengehen mit PGG drohe wegen Überschneidungen der Verkauf vieler Teile und ein bedeutender Arbeitsplatzverlust, heisst es seither. Doch erst mit Bekanntwerden des PPG-Interesses hatte die Akzo-Aktie wieder ihr Niveau von Anfang 2015 erreicht./jha/nas/stb

(AWP)