Früherer Deutsche Bank-Chef Ackermann verzichtet nicht auf einbehaltene Boni

BERLIN (awp international) - Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will nicht freiwillig auf die von Deutschlands grösstem Geldhaus einbehaltenen Bonuszahlungen verzichten. Er könnte zwar durchaus grundsätzlich von Ansprüchen absehen, wolle dies aber mit Rücksicht auf andere frühere Manager des Instituts nicht tun. "Das kann ich gar nicht", sagte Ackermann am Donnerstag in Berlin auf dem "Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung".
17.11.2016 18:44

Er verwies darauf, dass er 2008 auf Bonuszahlungen von fünf Millionen Euro verzichtet habe. Damit habe er indirekt Druck ausgeübt auf alle seine Kollegen. Er könne heute, "wo ich draussen bin", nicht etwas sagen, was andere moralisch verpflichte, sagte Ackermann. Er habe aber mehrfach bewiesen, dass er bereit sei, einen Beitrag zu leisten. "Mir fällt da kein Stein aus der Krone, wenn ich auf etwas verzichte." Das Zusammenstehen in der Familie sei für ihn heilig, sagte Ackermann. Das Thema sollte zwischen Aufsichtsrat und Vorstand hinter verschlossenen Türen geklärt werden./sl/DP/jha

(AWP)