Für Meyer Burger-CEO geniesst Rückkehr in Gewinnzone weiterhin höchste Priorität

Beim Solarzulieferer Meyer Burger geniesst die Rückkehr zur Profitabilität höchste Priorität. Mit der erfolgreichen Rekapitalisierung im vergangenen Jahr habe das Unternehmen von den Investoren noch eine letzte Chance erhalten, sagt der seit Anfang Jahr amtierende CEO Hans Brändle im Interview in der aktuellen Ausgabe der Branchenzeitschrift "PV Magazine". Alle Mitarbeiter hätten dies mittlerweile verinnerlicht.
16.05.2017 15:48

Im Geschäftsjahr 2016 hat das Solarunternehmen noch einen Reinverlust von 97 Mio CHF hinnehmen müssen. Auf Stufe EBITDA resultierte aber dank einem kräftigen Umsatzanstieg auf 453 Mio erstmals seit 2011 wieder ein positives Ergebnis von 10,5 Mio CHF.

Mit Blick auf die Kostenseite bleibe es das Ziel, ab einem Umsatz von 300 Mio CHF einen positiven EBITDA erzielen zu können. Das Unternehmen sei auf besten Weg, dies erreichen, sagt Brändle im Interview. Andererseits werde der Fokus auf die profitabelsten Produkte gelegt. "Wir werden auf diejenigen Produkte fokussieren, bei denen wir über eine klare Unique-Selling-Position verfügen."

Die starke Nachfrage bei der PERC-Technologie (passivated emitter rear cell) werde wohl bis 2018 und darüber hinaus anhalten, so der CEO. Dabei sei aktuell eine Verschiebung vom Upgrade-Business hin zu neuen Installationen festzustellen. Bis anhin habe das Verhältnis bei 20/80 gelegen; im Moment liege das Verhältnis näher bei 50/50.

Darüber hinaus verfüge Meyer Burger eine vielversprechende Pipeline bei den Produktions-Technologien. Vor allem die Heterojunktion-Technologie (HJT) habe das Potenzial, einen neuen Industriestandart zu setzen. "Soweit ich sehe, sind wir das einzige Unternehmen, das diese Technologie in industriellem Massstab anbieten kann."

Allerdings habe die Vergangenheit gezeigt, dass viele Kunden das Technologie-Risiko bei einer kompletten HJT-Lösung aus einem Haus zu gross sei. Meyer Burger wolle die Wahlfreiheit der Kunden erhöhen und sei nun auch offen, lediglich die Kern-Technologie anzubieten. "Wir stehen diesbezüglich in sehr vielversprechenden Diskussionen mit grösseren Playern in diesem Feld", so Brändle.

an/rw

(AWP)