Gabelstapler-Hersteller Kion hält Kurs - Aktie auf Achterbahnfahrt

(Ausführliche Fassung)
27.10.2016 11:09

WIESBADEN (awp international) - Ein starkes Geschäft in Westeuropa hält den Gabelstapler-Hersteller Kion auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Im dritten Quartal legte das Wiesbadener Unternehmen bei Umsatz und Gewinn teils kräftig zu. Im operativen Geschäft hatten Analysten im Schnitt jedoch mehr Profit erwartet. Kion-Chef Gordon Riske sprach am Donnerstag derweil von einer bevorstehenden neuen Ära: So will das Unternehmen die milliardenschwere Übernahme des US-Konzerns Dematic wie geplant noch dieses Jahr abschliessen und sich dadurch bei Automatisierung und Lieferketten-Optimierung verstärken.

Die Kion-Aktie reagierte mit einer Achterbahnfahrt auf die Nachrichten. Nach einem anfänglichen Kursrutsch von fast sechs Prozent ging es am Morgen zeitweise um fast drei Prozent nach oben. Zuletzt lag die Kion-Aktie wieder mit 0,71 Prozent im Minus bei 54,45 Euro und gehörte damit zu den schwächsten Werten im MDax .

Der Umsatz sei um knapp vier Prozent auf 1,28 Milliarden Euro geklettert, teilte der Jungheinrich-Konkurrent mit. Der Auftragseingang legte um fast sechs Prozent auf 1,33 Milliarden Euro zu. Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug der Anstieg 4,6 Prozent auf 126,8 Millionen Euro. Hier hatten Analysten etwas mehr erwartet.

Unter dem Strich profitierte das Unternehmen kräftig von einer deutlich gesunkenen Zinsbelastung. Dank einer im Februar vollzogenen Refinanzierung legte der Nettogewinn im dritten Quartal um 36 Prozent auf 67,3 Millionen Euro zu.

Für das laufende Jahr erwartet Kion einen Auftragseingang zwischen 5,35 und 5,50 Milliarden Euro. Damit würde das Unternehmen etwas mehr Aufträge hereinholen, als es im gleichen Zeitraum abarbeitet. So soll der Umsatz zwischen 5,20 und 5,35 Milliarden Euro herauskommen. Für das bereinigte Ebit hat Konzernchef Riske 510 bis 535 Millionen Euro im Auge.

Effekte aus der bevorstehenden Dematic-Übernahme sind in den Prognosen noch nicht enthalten. Von dem Zukauf verspricht sich Kion eine gute Grundlage, um neue Geschäftschancen im Bereich Industrie 4.0, Online-Handel und Digitalisierung nutzen zu können./stw/jha/stb

(AWP)