Galenica schliesst Übernahme von Relypsa ab - Neue Gewinnprognosen angekündigt

(Ergänzt um weitere Details und Analystenkommentar)
02.09.2016 09:36

Bern (awp) - Der Berner Gesundheitskonzern Galenica schliesst die im Juli diesen Jahres gestartete Übernahme des US-amerikanischen Pharmaunternehmen Relypsa ab. Der Zusammenschluss stärke die Position von Vifor Pharma und bringe die globalen Rechte am Hyperkaliämiemedikament Veltassa. Durch die Akquisition erhält Vifor Pharma zudem nun endlich die lange angestrebte kommerzielle Plattform in den USA.

Da die Transaktion früher als geplant abgeschlossen ist, würden auch die Prognosen für das Gesamtjahr angepasst, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Der frühere Abschluss wird von Analysten aber aufgrund der Kostenbelastung negativ gesehen.

Bei Lancierung des Kaufangebots sei man von einer Konsolidierung von Relypsa im Oktober ausgegangen, auf dieser Basis basierten die aktuellen Prognosen. Da die Transaktion nun bereits per 1. September abgeschlossen sein wird, würden die Gewinnprognosen im Oktober erneut angepasst, so Galenica.

Mit der Übernahme von Relypsa würde der Wille bekräftigt, die Galenica Gruppe in zwei eigenständig kotierte Unternehmen im 2017 weiter voranzutreiben, heisst es weiter. Das Specialty-Portfolio von Vifor Pharma gewinne durch Relypsa zusätzlich an Breite und Skalierbarkeit. Vifor erhalte durch Relypsa eine voll integrierte kommerzielle Organisation in den USA.

"Durch die Kombination der Ressourcen, Kompetenzen und kommerziellen Stärken von Vifor Pharma und Relypsa ist Vifor Pharma gut positioniert, um sich zu einem weltweit führenden Specialty-Pharmaunternehmen mit Fokus auf Medikamente für die Nephrologie, Kardiologie und Gastroenterologie zu entwickeln", sagt Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod. "Gestützt auf ein erstklassiges Produktportfolio und eine rasch wachsende kommerzielle Präsenz weltweit verfolgt Vifor Pharma das Ziel, bevorzugter Partner für Patienten, Ärzte und Unternehmen in den Kerntherapiebereichen zu werden."

KOSTENBELASTUNG DRÜCKT AUF ERTRÄGE

In Analystenkreisen wird die früher als geplant getätigte Übernahem zumindest kurzfristig eher negativ bewertet. Die Kostenbelastung habe einen Verwässerungseffekt auf die Jahreszahlen, schreibt die Bank Vontobel in einem ersten Kommentar. Zudem werde der frühere Abschluss daher einen negativeren Einfluss haben als angenommen. Die Bank empfiehlt daher "Reduce" bei einem Kursziel von 927 CHF.

Die ZKB rechnet mit einer zusätzlichen Belastung des EBIT durch die frühere Integration von 20 Mio CHF, was die Gewinnschätzungen um 4,8% reduzieren werde. Auch die Zürcher Kantonalbank wertet die Nachricht daher leicht negativ und stuft die Titel mit "Marktgewichten" ein.

Im frühen Handel bewegen sich die Galenica entlang des Gesamtmarktes und notieren gegen 09.30 Uhr mit +0,6% leicht höher, derweil der SPI 0,43% zulegt.

sta/ra

(AWP)