Galenica steigt mit Merfen in Wundversorgungs-Markt ein

(Meldung mit Hintergrund und Aktienkurs ergänzt) - Die Gesundheitsgruppe Galenica steigt in den Wundversorgungs-Markt ein. Sie übernimmt die Schweizer Traditionsmarken Merfen und Vita-Merfen von GSK Consumer Healthcare Schweiz. Dabei prüft sie eine Wiederaufnahme der Produktion der Vita-Merfen-Salbe.
22.02.2017 10:49

Vifor Consumer Health, eine Tochter des Apotheken- und Logistikgeschäfts Galenica Santé, übernimmt die Kommerzialisierungsrechte für Merfen und Vita-Merfen einschliesslich der Marken und der Zulassung in der Schweiz, wie Galenica am Mittwoch mitteilte.

EINSTIEG IN WUNDHEILUNG

Der Markt der Wunddesinfektion und Wundheilung weise einen Anteil von über 50 Mio CHF auf, schreibt Galenica. Mit dem Zukauf steige Vifor in den Markt der Wundversorgung ein und baue ihre Position im Schweizer Gesundheitsmarkt weiter aus.

Der Kauf der Rechte am Wunddesinfektionsmittel Merfen begründet Galenica mit dem hohen Bekanntheitsgrad der Marke. Zudem nehme Merfen mit einem Marktanteil von 40% bei der Desinfektion eine bedeutende Position im Schweizer Markt ein. Galenica werde ab Mai 2017 Merfen über Apotheken und Drogerien vertreiben.

Bei der Vita-Merfen-Salbe prüft Galenica eine Wiedereinführung. Die Vita-Merfen-Salbe hat desinfizierende und wundheilungsfördernde Eigenschaften. Die Produktion und der Vertrieb der Traditionssalbe wurde Ende 2014 eingestellt.

Als Grund für das Aus der Marke gab die Herstellerin Novartis damals an, dass das Unternehmen und seine Lieferanten keine gangbare Lösung gefunden hätten, um die erwarteten Qualitätsstandards zu garantieren.

KEIN COMEBACK VON EUCETA

Galenica prüfe jetzt, ob sich die damaligen produktionstechnischen Probleme lösen lassen, heisst es auf Anfrage. Wie bereits Novartis schweigt sich auch die neue Marken-Besitzerin darüber aus, was genau die Probleme gewesen sein sollen, die zur Einstellung der Produktion des Klassikers nach Jahrzehnten der problemlosen Herstellung geführt hat.

Neben Vita-Merfen hatte Novartis im Dezember 2014 auch die Einstellung der Produktion von Euceta bekannt gegeben. Von diesem weiteren Schweizer Medikamenten-Klassiker wird es jedoch vorerst keine Neuauflage geben. Euceta stehe nicht auf der Einkaufsliste von Galenica, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.

Der Ausbau des Produktionsportfolios von Vifor Consumer Health ist ein weiterer Schritt in der Umsetzung der Strategie von Galenica, mit der Lancierung und dem Vertrieb von eigenen sowie von Partner-Produkten im Schweizer Markt zu wachsen.

Vor kurzem hat Vifor zum Beispiel auch das Sortiment mit dem Vertrieb von Schönheitsprodukten ausgebaut.

GSK ermöglicht der Verkauf der Marken laut Mitteilung, sich besser auf ihre Power und Core Marken zu fokussieren. Über die Vertragsdetails wurde Stillschweigen vereinbart.

An der Börse werfen die News keine Wellen. Die Galenica-Aktie büsst um 10.45 Uhr bei dünnem Volumen 0,2% ein, wobei auch der am SPI gemessene Gesamtmarkt auf Richtungssuche ist.

cp/

(AWP)