Gastgewerbe erleidet auch im Juli hohe Umsatzeinbussen

Obwohl gewisse Ausflugsziele und Bergrestaurants in diesem Sommer überrannt werden, ist die Talfahrt im Schweizer Gastgewerbe auch im Juli weitergegangen: Der Umsatz brach im Vergleich zum Juli 2019 Umsatz im gesamtschweizerischen Durchschnitt um 31,9 Prozent ein.
02.08.2020 16:59

Dies ergab eine repräsentative Mitgliederbefragung des Branchenverbandes Gastrosuisse im Zeitraum vom 24. bis 28. Juli. Besonders hart getroffen durch die Coronakrise sei das Gastgewerbe in den Städten und Agglomerationen, schrieb Gastrosuisse am Sonntag in einem Communiqué. Die grössten Umsatzeinbussen gegenüber dem Vorjahr hätten städtisch geprägte Kantone wie Basel-Stadt (-46,6 Prozent), Genf (-42,4 Prozent) und Zürich (-39 Prozent) erlitten.

Geringer seien die Rückgänge in Seen- und Bergregionen. "Aber längst nicht alle können jubeln", sagte Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer in einem Interview mit dem "Sonntagsblick". Auch in den Berggebieten habe eine Mehrheit der Betrieb weniger Umsatz erzielt als 2019. "Über das ganze Land gesehen hinken fast zwei Drittel hinter den Ergebnissen vom vergangenen Jahr her. Ein Trend, der übrigens auch auf das Tessin zutrifft."

Auch gegenüber dem Vormonat Juni sieht die Lage nicht rosig aus: Trotz Ferienzeit und Sommerwetter sei der Umsatz bei einem Drittel der befragten Betriebe im Juli auch gegenüber dem Juni weiter gesunken, schrieb Gastrosuisse.

"Wenn die Situation anhält, werden zusätzliche Unterstützungsmassnahmen nötig, um Unternehmen zu retten und einen massiven Stellenabbau zu verhindern", schrieb Platzer im Communiqué: "Mehr als die Hälfte der Betriebe ist gemäss der Umfrage weiterhin auf das Instrument der Kurzarbeit angewiesen; eine Möglichkeit, die unbedingt fortbestehen muss." Die Situation treffe nicht nur Betriebe, die es vorher schon schwer gehabt hätten, sondern setze allen zu.

In allen Landesteilen der Schweiz liege der Umsatz im Juli 2020 deutlich unter den Vergleichswerten des Vorjahres: In der deutschen Schweiz betrage das Minus 30 Prozent, in der Westschweiz 35 Prozent und in der italienischsprachigen Schweiz 37 Prozent, schrieb Gastrosuisse.

Eine Konkurswelle beobachte man derzeit noch nicht, sagte Platzer dem "Sonntagsblick": "Realistisch scheint, dass 15 Prozent der Betrieb Corona nicht überleben." Diese Einschätzung könnte aber zu optimistisch sein.

jb/

(AWP)