Gavazzi mit stabilem Umsatz in Lokalwährung - Gewinn fällt tiefer aus

(Zusammenfassung)
23.06.2016 14:05

Steinhausen/Zürich (awp) - Die Elektronikgruppe Carlo Gavazzi hat in der Berichtswährung Franken deutlich weniger, in Lokalwährung jedoch knapp mehr Umsatz erzielt. Unter dem Strich bleibt aber ein klar geringerer Reingewinn, was vor allem mit Währungsbewegungen erklärt wird. Die Aktie reagiert positiv auf die Zahlen und die stabile Dividende.

Der Umsatz sank im Geschäftsjahr 2015/16 (per 31.3.) um 5,1% auf 130,2 Mio CHF, in Lokalwährungen resultierte hingegen ein Anstieg um 0,5%. Auf Stufe EBIT ergab sich ein Rückgang von lediglich 2,7% auf 14,4 Mio, woraus sich eine leicht höhere Marge von 11,0% errechnet.

Auf der untersten Zeile der Erfolgsrechnung blieb dem Konzern ein um 22% tieferer Gewinn von 9,6 Mio CHF. Als grösster negativer Effekt habe sich hier die Währungsveränderung Euro/Dollar mit -0,7 Mio CHF niedergeschlagen, nachdem im Vorjahr hier noch ein positiver Effekt von 1,0 Mio verzeichnet worden sei. Die Aktionäre sollen aufgrund der Zahlen eine Dividende von unverändert 12 CHF pro Inhaberaktie und 2,40 CHF pro Namenaktie erhalten.

Das Management zeigt sich mit dem Geschäftsgang zufrieden. "Wir haben in Nordamerika gutes Wachstum gesehen und wollen diesen Weg weiter gehen", sagte CEO Vittorio Rossi am Donnerstag anlässlich der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Zusammen mit der leichten Erholung in Europa habe dies das Minus in Asien fast kompensiert. "Der Rückgang in China beim OEM-Geschäft dürfte nur temporär sein", so der Unternehmenschef weiter.

WACHSTUM IN DEN USA - RÜCKGANG IN CHINA

Regional entwickelte sich Gavazzi unterschiedlich. Dank einer leichten Erholung des allgemeinen Marktumfelds stieg der Umsatz in Europa in Lokalwährungen gegenüber dem Vorjahr mit +0,8% leicht. In Asien-Pazifik entwickelte sich der Absatz hingegen mit -9,1% klar negativ. Dies wird auf die schwache Wirtschaftsentwicklung und die schwierigen Geschäftsbedingungen zurückgeführt, insbesondere mit Original-Ausrüstern (OEM) in China.

Nordamerika verbuchte derweil ein Wachstum von 2,7%. Dort führe man in den Sektoren Industrie- und Gebäudeautomation gezielte Programme mit Grosshändlern durch, sagte CEO Rossi. Der Fokus der Geschäftsentwicklung liege weiter auf der Stärkung des Vertriebs ausserhalb Europas.

Nach Produktgruppen betrachtet habe der Bereich Sensoren fast auf Vorjahresniveau gelegen, positiv hätten sich hier die Induktionssensoren mit +7% entwickelt. Die Schalter-Produkte wuchsen um 6%, während bei Feldbus-Geräten ein Minus verbucht wurde.

FOKUS AUF ENERGIEEFFIZIENZ UND NEUE ANFORDERUNGEN DURCH INDUSTRIE 4.0

Für die Zukunft setzt Carlo Gavazzi auf neue Entwicklungen in der Industrie und bei der Gebäude-Automation. Das Unternehmen investiert in neue Produkte und setzt auf neue Einsatzgebiete für die existierenden Produktlinien. Insbesondere Anwendungen zur Reduktion des Energieverbrauchs und Steuerungen für neue Automationslösungen im Hinblick auf Industrie 4.0 böten Chancen. Zudem soll der Umsatzanteil ausserhalb Europas weiter gesteigert werden. An der Strategie, das Vertriebsnetz ausserhalb Europas auszubauen, werde festgehalten.

Eine detaillierte Guidance für das laufende Geschäftsjahr gab es aber nicht. Die uneinheitliche Konjunkturentwicklung in den relevanten Märkten dürfte sich in einem geringeren Tempo fortsetzen, hiess es lediglich. In den Entwicklungsländern wird Wachstum erwartet und in den Industrieländern eine leichte Verbesserung.

Analysten schätzten die Zahlen als solide ein: Umsatz und EBIT hätten leicht über den Schätzungen gelegen. Die Aktien steigen am Mittag in einem freundlichen Gesamtmarkt (SPI +0,8%) um 2,2% auf 235 CHF und erreichen damit ein Niveau, das zuletzt im Sommer 2015 gesehen wurde.

yr/uh

(AWP)