Gazprom will mehr flüssiges Erdgas verkaufen

MOSKAU (awp international) - Der russische Staatskonzern Gazprom will seinen Weltmarktanteil bei flüssigem Erdgas auf etwa zehn Prozent ausbauen. Dies eröffne neue Exportmöglichkeiten in Übersee, sagte Vorstandschef Alexej Miller bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Moskau. Für den Gasexport nach Europa blieben aber Pipelines klar im Vorteil, sagte er der Agentur Interfax zufolge. "Die Ergebnisse von 2015 zeigen klar, dass in Europa die Nachfrage nach Pipelinegas grösser ist als die nach Flüssiggas."
30.06.2016 14:16

Gazprom betreibt mit Shell gemeinsam ein Gasverflüssigungswerk auf der Insel Sachalin im Fernen Osten, das im vergangenen Jahr 10,8 Millionen Tonnen lieferte. Der Betrieb solle erweitert werden, kündigte Miller an. Ebenfalls mit Shell soll ein zweites Werk mit einer Jahreskapazität von zehn Millionen Tonnen im Ostseehafen Ust-Luga bei St. Petersburg gebaut werden.

Beim Export nach Europa setze Gazprom auf die geplante Ostseepipeline Nord Stream 2, sagte Miller. An deren Bau sind auf europäischer Seite die Firmen BASF , Engie , OMV , Shell und Uniper beteiligt. Das Projekt ist politisch umstritten, weil es die Ukraine, Polen und die Slowakei als Gas-Transitländer überflüssig machen kann./fko/DP/stb

(AWP)