GE Capital gehört nicht mehr zu systemrelevanten US-Banken

WASHINGTON (awp international) - Der Finanzarm des US-Industriekonzerns General Electric hat nach einer jahrelangen Schrumpfkur seinen Status als systemrelevantes Geldhaus verloren. Damit unterliegt GE Capital nicht mehr den besonders strengen Auflagen für jene Finanzkonzerne, deren Scheitern das gesamte Finanzsystem ins Wanken bringen würde ("Too Big to Fail").
29.06.2016 21:49

Die Entscheidung, GE Capital nicht mehr als systemrelevantes Geldhaus einzustufen, gab der zuständige Ausschuss des Finanzministeriums am Mittwoch in Washington bekannt. "Das Financial Stability Oversight Council hat anerkannt, dass wir das Unternehmen umgebaut haben", erklärte GE-Capital-Chef Keith Sherin. General Electric hatte nach den schmerzlichen Erfahrungen der Finanz- und Wirtschaftskrise weite Teile seines einst gigantischen Finanzarms abgestossen.

Es ist das erste Mal, dass ein Finanzkonzern in den USA den Status "systemrelevant" verliert. Die speziellen Regeln für Banken, die "Too Big to Fail" sind, waren nach der Finanzkrise erlassen worden. Im September 2008 hatte das Umkippen der US-Investmentbank Lehman Brothers Schockwellen durch die weltweiten Märkte geschickt. Seitdem müssen systemrelevante Banken unter anderem einen besonders grossen Kapitalpuffer vorhalten und sich schärferen Kontrollen der Aufsichtsbehörden unterziehen./das/edh

(AWP)