Aktienrückkaufprogramm angekündigt - Geberit mit Gewinnanstieg

Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn auf allen Stufen klar gesteigert. Entsprechend wird auch die Dividende erhöht.
14.03.2017 07:14
Der Hauptsitz von Geberit.
Der Hauptsitz von Geberit.
Bild: zvg/Geberit

Dank der starken finanziellen Situation sieht sich das Unternehmen in der Lage, ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang bis zu 450 Mio CHF zu lancieren. Für das Jahr 2017 zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, ohne konkrete Prognosen zu machen.

Der EBITDA legte um gut 24% auf 785,2 Mio CHF zu und der EBIT um gut 28% auf 640,1 Mio, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. Der Reingewinn kletterte um knapp 30% nach oben auf 548,2 Mio CHF. In diesen Zahlen sind allerdings noch negative Effekte durch die Übernahme der skandinavischen Sanitec enthalten. Diese betrugen auf Stufe EBITDA 10 Mio CHF und auf Stufe Nettoergebnis 36 Mio CHF.

Zur besseren Vergleichbarkeit weist Geberit deshalb auch adjustierte Werte aus: Ohne die erwähnten Effekte hätte der EBITDA um knapp 15% auf 794,9 Mio CHF und die entsprechende Marge um 160 Basispunkte auf 28,3% zugelegt. Der adjustierte Reingewinn erhöhte sich gleichzeitig um gut 18% auf 584,0 Mio. Die Dividende soll auf 10,00 CHF von 8,40 CHF im Vorjahr erhöht werden.

Analystenerwartungen nicht ganz erreicht

Mit den Zahlen hat Geberit die gewohnt hohen Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht. Der AWP-Konsens für den adjustierten EBITDA lag bei 802,6 Mio und für den rapportierten Reingewinn bei 555,5 Mio CHF.

Dank der guten finanziellen Situation lanciert Geberit ein Aktienrückkaufprogramm, welches im zweiten Quartal gestartet werden soll. Über maximal drei Jahre will das Unternehmen Aktien im Wert von bis zu 450 Mio CHF zurückkaufen.

Das Geschäftsjahr 2016 sei geprägt gewesen vom positiven Umfeld in der Bauindustrie und der Integration des Keramikgeschäfts, so Geberit.

Bereits im Januar wurde der Umsatz bekanntgegeben: Er legte um 8,3% auf 2,81 Mrd CHF zu, akquisitions- und währungsbereinigt ergab sich ein Plus von 6,4%. Die im Umsatz enthaltenen Währungseinflüsse waren positiv und erreichten 18 Mio CHF. Das Wachstum war auf eine überzeugende Entwicklung in vielen Märkten und einen vor allem im dritten Quartal wirksamen Abbau eines Lieferrückstands im Dusch-WC-Geschäft zurückzuführen.

Ausblick zurückhaltend

Nebst dem positiven Währungseffekt profitierte der Umsatz aber auch von einem positiven Konsolidierungseffekt in der Höhe von 32 Mio CHF. Denn 2016 war die vor gut zwei Jahren akquirierte Sanitec erstmals über zwölf Monate konsolidiert, 2015 waren es erst elf Monate. Dieser Effekt wog schwerer als die Devestition der Koralle-Gruppe.

Zudem habe sich das Marktumfeld in der Bauindustrie in einigen Märkten im Vorjahresvergleich verbessert, hiess es im Januar. Die mit der Übernahme der skandinavischen Sanitec verbundene Integration des Keramikgeschäfts habe ausserdem früher als erwartet Umsatzsynergien gebracht und so die Verkäufe zusätzlich gestützt.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017 zeigt sich Geberit - wie zu dieser Jahreszeit gewohnt - zurückhaltend: Die Bauindustrie sollte sich im Jahr 2017 positiv entwickeln, heisst es. Die Entwicklung der einzelnen Regionen, Märkte und Bausektoren dürfte jedoch weiterhin stark unterschiedlich verlaufen. Die Rohmaterialpreise sieht Geberit im ersten Semester über dem Niveau des Vorjahres liegen.

(AWP)