Geberit 2017 verzeichnet wegen Sanitec weniger Gewinn, erhöht aber Dividende

(Ausführliche Fassung) - Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2017 den Umsatz gesteigert, aber weniger Gewinn erzielt. Hauptgrund dafür sind die Kosten im Zusammenhang mit der Integration von Sanitec, insbesondere für die Werkschliessungen in Frankreich, was auch bereits kommuniziert wurde. Klammert man diesen Effekt aus, haben sich auf bereinigter Basis höhere Gewinnziffern ergeben und entsprechend soll auch die Dividende angehoben werden. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet das Unternehmen ein anhaltend positives Umfeld, macht aber keine konkrete Prognosen.
13.03.2018 08:07

Der EBITDA fiel um 1,7% auf 772,0 Mio CHF zurück und der Reingewinn um 3,8% auf 527,4 Mio, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. In diesen Zahlen sind allerdings noch negative Effekte durch die Übernahme der skandinavischen Sanitec enthalten. Diese betrugen auf Stufe EBITDA 49 Mio CHF und auf Stufe Nettoergebnis 77 Mio CHF.

Das Geschäftsjahr 2017 sei geprägt gewesen von einem grundsätzlich positiven Marktumfeld sowie vom Erreichen der wichtigsten Meilensteine bei der Integration des Keramikgeschäfts Sanitec, so Geberit. Insgesamt seien gute Resultate erzielt worden.

BEREINIGTE WERTE LEGEN ZU

Zu dieser positiven Einschätzung passen die um die Sanitec-Akquisition bereinigten Zahlen besser. Ohne die erwähnten Effekte nahm der adjustierte EBITDA um 3,2% auf 820,7 Mio CHF zu, während die entsprechende Marge um 10 Basispunkte auf 28,2% minim zurückkam. Der adjustierte Reingewinn erhöhte sich gleichzeitig um 3,5% auf 604,2 Mio. Die Dividende soll um 40 Rappen auf 10,40 CHF erhöht werden. Mit den Zahlen hat Geberit die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Die EBITDA-Marge sei positiv beeinflusst worden vom höheren Umsatz, vom Produktmix und von Synergien aus der Sanitec Integration, so Geberit. Belastend wirkten sich vor allem höhere Rohmaterialpreise und gestiegene Personalkosten aus.

Der Umsatz legte um 3,5% auf 2,91 Mrd CHF zu, akquisitions- und währungsbereinigt ergab sich ebenfalls ein Plus von 3,5%. Dabei hat sich das Wachstum im vierten Quartal gegenüber dem beiden Vorquartalen wieder etwas beschleunigt, nämlich auf ein organischen Plus von 5,3%. Die im Umsatz enthaltenen Währungseinflüsse waren positiv und erreichten 34 Mio CHF. Der umsatzmindernde Effekt des Verkaufs von Koralle und Varicor kompensierte den Währungseffekt allerdings vollständig.

BEREICH KERAMIK SCHRUMPFT

Die grösste Region Europa setzte organisch und währungsbereinigt gesehen 2,9% mehr um. Zweistellig wuchsen die Regionen Nahost/Afrika (+16,8%) sowie Fernost/Pazifik (+13,3%) und die Region Amerika (+3,6%) wiederum etwas moderater. Von den Produktbereichen vermochten lediglich die Sanitärsysteme (+6,6%) und die Rohrleitungssysteme (+3,8%) zu wachsen, während der mit Sanitec hinzugekaufte Bereich Sanitärkeramik (-2,3%) einen Rückgang verzeichnete. Wegen Überkapazitäten im Keramikbereich waren im ersten Semester zwei Werke in Frankreich geschlossen worden.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018 zeigt sich Geberit gewohnt vage: Die Bauindustrie sollte sich im Jahr 2018 generell positiv präsentieren, die Entwicklung der einzelnen Regionen, Märkte und Bausektoren werde jedoch unterschiedlich verlaufen, heisst es.

So sei für Europa eine Fortsetzung der Erholung zu erwarten, wobei im grössten Einzelmarkt Deutschland das Wachstumspotential trotz einer gesunden Nachfragesituation wegen der limitierten Kapazitäten von Installateuren eingeschränkt bleibe. Ein positives Umfeld sieht das Unternehmen in Österreich, Frankreich und Benelux und auch in der Schweiz sollte der Bausektor auf hohem Niveau stabil bleiben. Eher ein gemischtes Bild zeichnet sich für die nordischen Länder sowie Osteuropa ab und für Grossbritannien wird wegen des Brexit ein Rückgang prognostiziert.

Die Rohmaterialpreise werden im ersten Halbjahr 2018 über denjenigen der Vorjahresperiode erwartet.

cf/tp

(AWP)