Geberit beschleunigt Wachstumstempo - Zuversicht für 2016

(Ausführliche Fassung)
16.08.2016 07:59

Jona (awp) - Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im ersten Halbjahr 2016 auf allen Ebenen zugelegt und dabei das Wachstumstempo im zweiten Quartal gegenüber dem ersten noch beschleunigt. Profitiert hat das Unternehmen dabei einerseits von der lebhaften Nachfrage in den Märkten und andererseits von tieferen Akquisitions- und Integrationskosten im Zusammenhang mit der Sanitec-Integration. Auch der Währungseinfluss auf das Ergebnis war positiv. Erstmals macht Geberit konkrete Angaben zu den Erwartungen für das Gesamtjahr und zeigt sich dabei insgesamt zuversichtlich.

Der Umsatz wurde in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahr um gut 13% auf 1,48 Mrd CHF gesteigert, bereinigt um die Währungseinflüsse und vor allem um die Akquisition von Sanitec ergab sich ein organisches Plus von 6,7%. Wesentlich beeinflusst war das Wachstum durch die seit Februar 2015 konsolidierte Sanitec. Diese trug im ersten Semester einen Monat mehr zum Ergebnis bei als im Vorjahr; der Januar-Umsatz 2016 von Sanitec belief sich auf 55 Mio CHF.

Das erfreuliche Wachstum sei auf eine überzeugende Entwicklung in vielen Märkten und auf zwei zusätzliche Arbeitstage im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 zurückzuführen, teilt Geberit am Dienstag mit. Zudem habe sich das Marktumfeld in der Bauindustrie in einigen Märkten im Vorjahresvergleich verbessert, und erste Umsatzsynergien aus der Integration des Keramikgeschäfts seien früher als erwartet erzielt worden. Im Umsatzanstieg waren zudem positive Währungseffekte in der Höhe von 29 Mio CHF enthalten.

Das währungsbereinigte, organische Wachstum erreichte im zweiten Quartal gut 10%, womit sich das Wachstumstempo gegenüber dem ersten Quartal (+3,1%) deutlich beschleunigt hat.

ROBUSTES WACHSTUM IN DEUTSCHLAND

Organisch und in lokalen Währungen legte im Semester die grösste Region Europa 7,5% zu. Dabei verzeichneten die Iberische Halbinsel, Zentral- und Osteuropa, die nordischen Ländern und Österreich zweistellige Wachstumsraten, die Benelux-Ländern und Frankreich hohe einstellige. Aber auch die grossen Märkte Deutschland (+6,4%), Italien (+6,0%) und Schweiz (+4,0%) haben laut Geberit überzeugt. Eher verhalten war die Entwicklung in Grossbritannien/Irland, in Nahost/Afrika und in Amerika. Gar ein Minus von knapp 5% ergab sich in der Region Fernost/Pazifik.

Von den Produktbereichen zogen die Sanitärsysteme mit +9,0% stärker an als die Rohrleitungssysteme mit +2,7%. Der Produktbereich Sanitärkeramik legte im gesamten ersten Halbjahr 4,5% zu.

Der EBITDA erhöhte sich im Halbjahr um gut 33% auf 438,3 Mio und der Reingewinn um knapp 45% auf 316,3 Mio an. Hier sind negative Effekte durch die Übernahme der skandinavischen Sanitec enthalten, allerdings in geringerem Umfang als noch im Vorjahr.

Ohne diese Effekte hat der adjustierte EBITDA um gut 18% auf 441,9 Mio zugelegt und die entsprechende Marge um 140 Basispunkte auf 29,9%. Die adjustierte EBIT-Marge erreichte einen Wert von 26,4%, wobei hier Synergien aus der Integration des Sanitec-Geschäfts mitspielten sowie das Volumenwachstum und tiefere Rohmaterialpreise. Auch ein positiver Währungseffekt von 6 Mio CHF stützte das Betriebsergebnis. Der Integrationsprozess von Sanitec verläuft laut Geberit weiterhin plangemäss.

LAGE WEITER SCHWIERIG - AUSBLICK DENNOCH ZUVERSICHTLICH

Der adjustierte Reingewinn verbesserte sich um über 23% auf 333,2 Mio. Ein verbessertes Finanzergebnis und eine leicht geringere Anzahl Aktien hätten zu diesem im Vergleich zu den operativen Ergebnissen überproportionalen Wachstum des Reingewinns geführt.

Zum Ausblick auf das Gesamtjahr 2016 macht Geberit erstmals konkrete Angaben: Demnach wird mit einem währungsbereinigten, organischen Wachstum des Nettoumsatzes von rund 5% gerechnet sowie mit einer adjustierten EBITDA-Marge von rund 28%. Eine Herausforderung werde die im zweiten Halbjahr im Vorjahresvergleich geringere Anzahl Arbeitstage sein, und hohe Bedeutung komme zudem weiterhin der Integration der Sanitec-Aktivitäten zu. Die sehr guten Resultate der ersten sechs Monate stimmten aber zuversichtlich, auch im Gesamtjahr überzeugende Ergebnisse erwirtschaften zu können.

Die Lage in der Bauindustrie werde aber anspruchsvoll und von Unsicherheiten geprägt bleiben, auch wenn sich in Europa einige Märkte im Vergleich zu 2015 verbessert hätten. Geberit erwartet in Europa für die Märkte Deutschland, Niederlande, Schweden und Polen weiterhin eine positive Entwicklung, kein Wachstum dürfte es dagegen in der Schweiz geben. Für die Märkte Italien und Frankreich hat sich das Umfeld etwas verbessert.

cf/ys

(AWP)